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Photobücher 1861-1870

1861: Inkunabel des photographischen Faksimile-Drucks

La bienvenue de Jean de Hembyze à Gand - (23 octobre 1583). Publié en fac-simile par C. B. / Jean van der Haghen. – Aufl. v. 100 Expl. (90 auf altem Papier, 10 auf China-Papier). – Bruxelles u. Paris: Heussner u. Aubry 1861. – 8°. Frontispiz, XVI S. Einleitung, 11, [5] S. franz. Übersetzung, [10] S. FAKSIMILE. Br.

Wahrscheinlich das erste photographisch hergestellte Faksimile: «l'application première d'une invention nouvelle, celle de la photolithographie» (Einleitung). Es handelt sich um eine politische Schrift aus Gent in flämischer Sprache. Das Frontispiz zeigt ein Portrait samt Rahmen in «Photolithographie Simonau & Toovey d'aprés le procédé de Mr. Asser». Eduard Isak Asser (1809-1894) beschäftigte sich früh mit der Daguerreotypie und erfand 1857 das photolithographische Umdruckverfahren.

Ref.: Eder, Geschichte der Photographie, Bd. 1, S. 882.

Photobibliothek.ch 2830


1861: Photographien und Text als Einheit

SUNSHINE IN THE COUNTRY. A Book of Rural Poetry. Embellished with Photographs from Nature. / The accompanying Photographs were taken by the late Mr. [W. M.] Grundy. – [Erstausgabe.] – London: Richard Griffin and Company 1861. – 8°. 6, [2], 152 S. mit [20] in den Text montierten Albumin-Silber-Prints. Leineneinband mit Gold- und Blinddruck.

Dieses Buch, welches 1959 auch von Gernsheim an der Ausstellung «Hundert Jahre Photographie 1839-1939» gezeigt wurde, ist ein frühes Beispiel dafür, wie die Photographien mit dem Text eine Einheit bilden können. Während andere frühe Bildbände die Photos grösstenteils isoliert vom Text auf separaten Tafeln zeigen, sind hier alle Photos stimmig in den Text eingefügt. Neben der Landschaft sind immer auch Menschen oder Tiere abgebildet, die inhaltlich einen Sinn mit den dazugehörenden Gedichten ergeben. Das Bild zum Gedicht «The Bee» zeigt beispielsweise einen Imker mit Bienenkörben oder zu «The Squirrel-Hunt» werden picknickende Knaben gezeigt, die auf einem Baum herumturnen.

Ref.: Gernsheim, Hundert Jahre Photographie 1839-1939, Nr. 612. Gernsheim, Incunabula, 153 (mit Abb.).

Photobibliothek.ch 10849


1862: Von Nadar signiert

La robe de Déjanire. / NADAR. – [Neuauflage.] – Paris: Michel Lévy Frères 1862. – 8° 393 S. Ln. mit Ldr.-Rückenschildchen.

Mit handschriftlicher Widmung (schwarze Tinte): «A mon trés cher ami Hérald de Pages, Nadar, mars 62». Hérald de Pages war ein Freund Nadars, von dem er 1900 in «Quand j'étais étudiant» auf Seite 10 berichten wird: «Justement m'était échu ce tantôt-là l'un des plus chers et des meilleurs, l'âme la plus haute avec l'esprit le plus alerte et le plus clair, l'un des plus brillants fleurets cités de la conversation parisienne, mon excellent Hérald de Pages – et quelle bonne bavette bien intime on était en train de tailler, oubliant loin derrière fatigues et tout le reste ! – lorsqu'on nous annonce un visiteur [...].» — «La Robe de Déjanire» ist der erste Roman von Nadar. Die Erstausgabe erschien 1845 in der Librairie Commissionnaire.

Photobibliothek.ch 279


1862: Das erste photographisch illustrierte Buch der Schweiz

ALBUM NATIONAL SUISSE ARMORIAL. Vues photographiques. Guide historique et intinéraire. Chemins de fer, bâteaux à vapeur et télégraphes. – Genève: Prod'hom frères 1862. – 16°quer. [64] Bl. mit [22] Kantons-Griffregistern, [1] Bl. mit mont. Chromolithographie, [19] Bl. mit mont. Albumin-Silber-Prints, [1] Faltkarte. Leineneinband mit Blind- und Goldprägung.

Das älteste photographisch illustrierte Buch der Schweiz, welches sich in der Sammlung befindet, stammt aus dem Jahre 1862. Es handelt sich um einen Führer durch die Schweiz, der mittels Griffregistern nach den 22 Kantonen geordnet ist. Darin enthalten sind Beschreibungen sehenswerter Orte und viele Anzeigen (Hotels, Photographen usw.). Ein Chromolitho zeigt die 22 Kantonswappen. Die 5,5 x 7,5 cm grossen Albuminabzüge sind Photographien nach lithographischen Ansichten und nicht «Photographien nach der Natur».

Photobibliothek.ch 1215


1862-1865: Originalphotographien auf dem Verlagseinband

Bücher mit Originalphotos auf dem Verlagseinband sind äusserst selten, weil die Photographien viel zu empfindlich gegenüber Licht und mechanischer Beschädigung waren. «Ruined Abbeys and Castles of Great Britain» von William und Mary Howitt aus dem Jahre 1862 ist eines der wenigen. In Gernsheim's «Incunabula» sind  nur spätere Beispiele abgebildet.

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First Series 1862

Ruined Abbeys and Castles of Great Britain. / By William and Mary HOWITT. The Photographic Illustrations by [Francis] Bedford, [William Russel] Sedgfield, [George Washington] Wilson, [Roger] Fenton, and Others. – [Erstausgabe.] – London: A. W. Bennett 1862. – 8°. [8], 228 S. mit [27] mont. Albumin-Silber-Prints. Originaler Verlagseinband, Leinen mit Goldprägung und zwei montierten runden Albumin-Silber-Prints, Goldschnitt.

Ref.: Gernsheim, Geschichte der Photographie, S. 337. Gernsheim, Incunabula, Titel 162.

Photobibliothek.ch 9728

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Second Series 1864

Ruined Abbeys and Castles of Great Britain and Ireland. Second Series. / By William HOWITT. The Photographic Illustrations by [Stephen] Thompson, [William Russel] Sedgfield, [Thomas] Ogle, and [William Despard] Hemphill. – [Erstausgabe.] – London: Alfred W. Bennett 1864. – 8°. Frontispiz mit mont. Albumin-Silber-Print, [6], 224 S. mit [25] mont. Albumin-Silber-Prints. Originaler Verlagseinband, Leinen mit Goldprägung und zwei montierten runden Albumin-Silber-Prints, Goldschnitt.

Nach dem ersten Band von 1862 folgten im Jahre 1864 die vorliegende «Second Series» ebenfalls mit Originalphotos auf dem Einband. Das Buch stammt aus der Bibliothek von Nigel Temple (1926-2003). Temple war ein englischer Photograph, Maler, Architektur- und Garten-Historiker. Mit Bleistift notierte er auf dem Vorsatz über die «Second Series»: «More difficult [to find] then 1st Series 1862 which is not difficult.»

Ref.: Gernsheim, Geschichte der Photographie, S. 337. Gernsheim, Incunabula, Titel 214. – Provenienz: Ex Libris der Bibliothek Nigel Temple.

Photobibliothek.ch 12588

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Extracted from «The Ruined Abbeys and Castles of Great Britain»

The Wye (1863)

The Wye, its Ruined Abbeys and Castles. Extracted from «The Ruined Abbeys and Castles of Great Britain». / By William and Mary HOWITT. The photographic illustrations by [Francis] Bedford and [William Russel] Sedgfield. – London: Alfred W. Bennett 1863. – 8°. 75 S. mit [5] mont. Albumin-Silber-Prints. Ganzleinenband mit Blind- und Goldprägung und mont. Albumin-Silber-Print.

Provenienz: County Library, Pembrokeshire Education Committee. Book Town Hay-on-Wye, September 2016.

Photobibliothek.ch 16039


The Ruined Castles of the Border (1865)

The Ruined Castles of the Border. Extracted from «The Ruined Abbeys and Castles of Great Britain». / By William HOWITT. With photographic illustrations by [George Washington] Wilson an  [Stephen] Thompson. – London: Alfred W. Bennett 1865. – 8°. [4], 70, [2] S. mit [5] mont. Albumin-Silber-Prints. Ganzleinenband mit Blind- und Goldprägung und mont. Albumin-Silber-Print.

«The Border» bedeuted die Grenze zwischen England und Schottland.

Photobibliothek.ch 16001


1862: Nadars Atelier am 35, Boulevard des Capucines

Le MONDE ILLUSTRÉ. Journal hebdomadaire. – No. 263, 26 Avril 1862. – 2°. S. 257-272.

S. 264 ganzseitiger Holzstich «Les Ambassadeurs japonais dans l'atelier de M. Nadar, d'après les épreuves photographiques de Nadar». Dieser Holzstich ist in zahlreichen Büchern zur Geschichte der Photographie immer wieder abgebildet worden, weil es den Prunk von Nadar's 1860 eröffneten Atelier am 35, Boulevard des Capucines zeigt. Geheimnisvoll ist für den Kommentator, dass (neben drei Offizieren) vier Botschafter abgebildet sind, obwohl durch Napoléon III. nur drei eingesetzt wurden. Der vierte wird in der Sprache der japanischen Regierung als «der Schatten» der drei offiziellen Botschafter vorgestellt. Dieser folgt den drei Botschaftern auf Schritt und Tritt, überwacht jede Geste und notiert jedes Wort, das gesprochen wird.

Ref.: Nadar, Als ich Photograph war, Frauenfeld, 1978, Tafel neben S. 113. Tillmanns, Geschichte der Photographie, 1981, S. 95 (Abb.). Lebeck, Kiosk, 2001, S. 34, Abb. 20. Alles Wahrheit! Alles Lüge! S. 281 (Abb.).

Photobibliothek.ch 1167

 


1863: Selbstporträt von Nadar

Le VOLEUR. – Trente sixième Année, [1. Hälfte], No. 365, 29 Octobre 1863. – 4°. S. 417-432 mit Holzschnitten. Broschur (ausgebunden).

Titelseite (Holzstich): Nadar photographié par lui-mème. S. 422/423 und 426-428: «Le Voyage du Géant» und andere Artikel über Nadar.

Photobibliothek.ch 16271


1863: «Über die Entstehung der Arten» mit Darwin's Porträt in Photographie

Über die Entstehung der Arten im Thier- und Planzenreich durch natürliche Züchtung. Oder: Erhaltung der vervollkommneten Rassen im Kampfe um's Daseyn. Mit Darwin's Porträt in Photographie [von Buchner]. / Charles DARWIN. Nach der dritten Englischen Auflage und mit neueren Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe übers. und mit Anm. versehen v. H. G. Bronn. – Zweite verbesserte und sehr vermehrte Auflage. – Stuttgart: Schweizerbart 1863. – 8°. Frontispiz mit mont. Albumin-Silber-Print, VIII, 551 S. Ln.

Nur die vorliegende 2. Aufl. war mit einer Original-Photographie versehen (1. Aufl. ohne, ab 3. Aufl. mit Stahlstich-Frontispiz). Bezeichnenderweise fehlt der einzige Hinweis auf die Entstehung des Menschen «Licht wird auch fallen...» (S. 523, 2. Abs.).

Ref.: Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam, 511.

Photobibliothek.ch 295


1863: Frith' berühmtes Reisewerk mit Photographien aus Ägypten

Lower Egypt, Thebes, and the Pramides. / Francis FRITH. – [Egypte, Palestine & Nubia, Bd. II. Second enlarged edition.] – London: William Mackenzie o.J. [1863]. – 2°. [3] Bl. Titel mit 1 Albumin-Print, [36] Bl. Text, [36] Bl. Tfln. mit 36 Albumin-Prints, Zwischenblätter. Hldr., Goldschnitt.

Die Erstaugabe erschien 1859/60 in 3 Bänden (Gernsheim 88). Der vorliegende Band ist Band II der zweiten, erweiterten Auflage mit insgesamt 4 Bänden (Gernsheim 195).

Ref.: Gernsheim, Incunabula, 195. – Zustand: Originalrücken restauriert

Photobibliothek.ch 3377


1864: Romantische englische Landschaften

Our English Lakes, Mountains, and Waterfalls. / William Wordsworth. Photgraphically Illustrated [by Thomas OGLE]. – London: Bennett 1864. – 8°. xi, [1], 191 S. Text, 13 Bl. mont. Albumin-Silber-Prints, 1 Bl. Faksimile. Ln. mit reicher Gold- und Blindprägung, Goldschnitt.

William Wordsworth (1770-1850 war ein britischer Dichter und führendes Mitglied der englischen Romantikbewegung. Die Aufnahmen von Thomas Ogle wurden durch Sedgfield and Eliot in Norbiton kopiert (vgl. S. xii).

Ref.: Gernsheim, Incunabula, 219 (mit Abb. auf S. 41).

Photobibliothek.ch 10249


1864: Theater

Shak[e]speare-Galerie. / Nach Originalzeichnungen von Wilhelm v. Kaulbach. Photographirt von G. SCHAUER. – Berlin: Nicolaische Verlags-Buchhandlung 1864. – 16°quer. 9 Bl. mit mont. Albumin-Silber-Prints 5,5 x 7 cm. In Kartonmappe.

Ref.: Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam, Nr. 1918.

Photobibliothek.ch 2965


1865: Photographisch illustrierter Roman von Walter Scott

The Lady of the Lake. / Sir W[alter] SCOTT. – [2. Auflage.] – London: A. W. Bennett 1865. – 8°. [8], 215 S., Titelblatt und 13 Bl. Tfln. mit 14 Albumin-Prints. Ln. mit reicher Blind- und Goldprägung, Goldschnitt.

Walter Scott (1771-1832) war ein bekannter schottischer Schriftsteller, der Historienromane schrieb. Der bekannteste davon ist «Ivanhoe». 12 Aufnahmen von T[homas] Ogle, 2 von G[eorge] W[ashington] Wilson.

Ref.: Gernsheim, Hundert Jahre Photographie, 1959, Nr. 614 (EA 1863). Gernsheim 196 (mit Abb.). – Zustand: Einband etwas berieben

Photobibliothek.ch 3369


1865: Frühes Schweizer Buch mit eingeklebter Originalphotographie

Münsterbuch. Eine artistisch-historische beschreibung des St. Vincécé Münsters in Bern. / Dr. STRANZ. – o.O. [Bern]: J. Dalp'sche Buchhandlung 1865. – 4°. Frontispiz mit Albumin-Print, IV, [1], 297 S. mit Ill., 4 Tfln. Ln. mit Gold- und Blindprägung, Goldschnitt.

Der Albumin-Print auf dem Frontispiz ist nach einer Zeichnung von 1846 aufgenommen. 2 Holzstichtafeln zeigen die Chorstühle und ein Detail der südlichen Seitenansicht. 2 Lithographien geben die nördliche Seitenansicht und die Front des Turmes wieder. Der hier noch «kurze» Turm wurde erst 1892 in Anlehnung an den Ulmer Münsterturm vollendet.

Ref.: Kulturführer Schweiz, Zürich, 1982, S. 69.

Photobibliothek.ch 1815


1865: Frith' berühmte Reisephotographien aus der Schweiz

Hyperion. A Romance. / Henry W. Longfellow. Illustrated with twenty-four photographs of the Rhine, Switzerland, and the Tyrol, by Francis FRITH. – London: Alfred William Bennett 1865. – Gr.8°. x S., 1 Bl., 270 S., 2 Bl., 24 Tfln. mit mont. Albumin-Prints 12 x 17 cm. Ldr.-Einband mit reicher Gold- und Blindprägung von John Leighton (1822-1912), Goldschnitt.

Die Photos zeigen: Teufelsbrücke (Frontispiz), Drachenfels, Andernach (2), Stolzenfels, Liebenstein und Sternenfels, Heidelberg (3), Birkenau (2), Neckartal, Rohnegletscher, Meiringen, Interlaken (2), Staubbach, Innsbruck (2), Landeck, St. Gilgen, St. Wolfgang, Stuttgart (2).

Ref.: Gernsheim/Incunabula 268. Wood 45/160 (Abb.). – Zustand: Tadelloser Zustand

Photobibliothek.ch 2279

Ledereinband von John Leighton (1822-1912)

Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht

Staubbachfall bei Lauterbrunnen

Rhonegletscher von Gletsch aus gesehen


1865: Frühes Buch aus Portugal mit eingeklebter Originalphotographie

Carlos João RADEMAKER. Esboço biographico. – 2. Edição. – Lisboa: Escriptorio da empresa o.J. [um 1865]. – 16°. Frontispiz mit Albumin-Silber-Print, 30 S. Text. Broschur (Einband aussen unbedruckt, innen mit Werbung).

Carlos João Rademaker (1828-1885) war ein jesuitischer Prister. Er gilt in Portugal als Restaurator der Gesellschaft Jesu.

Photobibliothek.ch 15098


1865: Mit elektrischem Licht in den Katakomben von Paris

Le MONDE ILLUSTRÉ. Journal hebdomadaire. – No. 445/446, 21/28 Octobre 1865. – 2°. S. 257-288.

S. 261 und 277/278: Les catacombes de Paris. D'après la photographie faite à la lumière électrique par M. Nadar. - Nadar experimentierte als einer der ersten mit der Photographie bei elektrischem Licht. Seine Abenteuer in den Pariser Katakomben beschreibt er ausführlich in seiner Biographie «Als ich Photograph war». Die Kunstlicht-Aufnahmen wurden dann als Holzstiche in zwei Teilen veröffentlicht.

Ref.: Nadar, Als ich Photograph war, S. 85-102. Lebeck, Kiosk, S. 35 (Abb.).

Photobibliothek.ch 12459

No. 445 vom 21. Oktober 1865

No. 446 vom 28. Oktober 1865

>>> Thema «Nadar und die Katakomben»


1865: «Schwerer als Luft»

Le droit au vol. / NADAR. – Erstausgabe [noch ohne Vorwort von George Sand]. – Paris: J. Hetzel 1865. – Kl.8°. [4], III, 115 S. Privat-Pbd. mit eingebundenem Original-Krt.-Einband.

Nadar war nicht nur der bekannteste Photograph Frankreichs und Pionier der Luftphotographie. Er war auch überzeugt davon, dass ein Flugapparat «schwerer als Luft» möglich ist. Deshalb gründete er nach seinem Flug mit dem Ballon «Géant» die «Societé d'Encouragement du Plus lourd que l'air». Jules Verne verewigte Nadar als Ardan (!) in «De la terre à la lune».

Ref.: Nadar, 1979, Bd. 1, S. 38, Bd. 2, S. 915 ff u. S. 1286.  Claude Malécot, George Sand - Félix Nadar, 2004, S. 86. – Zustand: Seltene Erstausgabe (Nadar, 1979: «2e éd., mention fictive»)

Photobibliothek.ch 1218


1865: Nadars Abenteuer mit dem Riesenballon «Le Géant»

Mémoires du Géant. / Par NADAR. Avec une instruction par M. Babinet. – Deuxième édition. – Paris: E. Dentu 1865. – 8°. S. I-XX, S. 21-439, Frontispiz (Falttafel). Hln.

Das Frontispiz (Falttafel) zeigt den bekannten Holzstich vom Absturz des Riesenballons «Le Géant» bei Hanover: Der vom Sturm über den Boden geschleifte Ballon, im Hintergrund ein vorbeifahrender Zug mit Dampflock, flüchtende Pferde und Schafe...

Photobibliothek.ch 12771


1865: Angebliche Photographie von 1780

Remarks concerning certain pictures supposed to be photographs of early date. / M[atthew] P. W. BOULTON. – [2. Auflage.] – London: Bradbury & Evans 1865. – 8°. 74 S., 4 lith. Tfln. Interims-Fadenheftung.

Die Photowelt wurde 1863 kurz in Aufregung versetzt, als W. P. Smith, Kurator des Museum of Patents at South Kensington, der Photographic Society Photographien vorlegte, die angeblich um 1780 durch Mathew Boulton (Partner von James Watt) in Soho (Vorort von Birmingham) gemacht worden seien. Der Autor, ein Enkel von Mathew Boulton, widerlegt diese Annahme. Eine Tafel zeigt die angebliche Photographie und drei weitere Tafeln das abgebildete Haus in späterer Zeit.

Ref.: Johnson B1262.

Photobibliothek.ch 3373


1866: Die Schlacht von Flodden Field

Marmion. A Tale of Flodden Field. / Sir W[alter] Scott. [Photographien von Thomas ANNAN.] – London: A. W. Bennett 1866. – 8°. [8], 206, [1] S. Titelblatt und [14] Tafeln mit mont. Albumin-Silber-Prints (alle mit Seidenpapier). Leineneinband mit reicher Goldprägung und Goldschnitt.

Flodden Field war der Schauplatz einer berühmten Schlacht, in der am 9. September 1513 eine schottische Armee unter König Jakob IV. von den Engländern unter Thomas Howard, Earl of Surrey und General Heinrichs VIII. von England, besiegt wurde. Diese Schlacht beschreibt Sir Walter Scott im sechsten Canto der vorliegenden Verserzählung «Marmion - A Tale of Flodden Field». Die Photographien von schottischen Photographen Thomas Annan (1829-1887) zeigen Orte, die in den Versen vorkommen; beispielsweise Tantallon Hold: Then rest you in Tantallon Hold; Your host shall be the Douglas bold [...] Now here, within Tantallon Hold, To Douglas late my tale I told... - Das Buch stammt aus der Bibliothek von Nigel Temple (1926-2003). Temple war ein englischer Photograph, Maler, Architektur- und Garten-Historiker.

Ref.: Gernsheim, Incunabula of British Photography, Nr. 323 (mit Abb. des Titelblattes). – Provenienz: Ex Libris der Bibliothek Nigel Temple.

Photobibliothek.ch 12767


1866: Das vielleicht schönste Bergbuch mit Originalphotographien

The Oberland and its Glaciers. Explored and Illustrated with Ice-axe and Camera. / H[ereford] B[rooks] George. With Twenty-Eight Photographic Illustrations by Ernest EDWARDS. And a Map of The Oberland. – London: Alfred W. Bennett 1866. – 4°. Frontispiz, Titelbl., w. Bl., 2 Bl. Karte, xii, 243 S., 10 Bl. Tfln., 28 mont. Albumin-Silber-Prints (davon 16 im Text). Ln. Blind- u. Goldprägung, Goldschnitt.

Hereford Brooks George (1838-1910) war ein englischer Bergsteiger-Pionier und Herausgeber des «Alpine Journal». Das Buch enthält 28 Abbildungen (darunter 12 ganzseitige), wobei viele davon heute auch von hohem wissenschaftlichen Interesse sind, weil sie den Zustand der Gletscher zur damaligen Zeit exakt dokumentieren: Upper ice-fall of the Ober Grindelwald glacier; The Rhône glacier; The Jungfrau Joch; The Ober Aletsch glacier from the Sparrenhorn usw. Diese Aufnahmen stammen von Ernest Edwards (1837-1903). Er war zunächst Porträt-Photograph in London und wurde dann zu einem der ersten alpinen Landschafts-Photographen. Angehängt ein Kapitel über die Schwierigkeiten der Herstellung von Nass-Kollodium-Aufnahmen unter Feld-Bedingungen.

Ref.: Gernsheim, Hundert Jahre Photographie, 1959, Nr. 615. Gernsheim, Incunabula, 327. Scialom 3/57. – Zustand: Kapitäle etwas bestossen, Gelenke verstärkt, sonst tadellos

Photobibliothek.ch 2222

Einband

Frontispiz (Oberer Grindelwald-Gletscher) und Titelblatt

Rhonegletscher 1866: Der Gletscher reicht noch bis weit ins Tal hinunter

Rhonegletscher 2007: Heute reicht der Gletscher noch bis auf die Höhe des Hotels Belvédère (grosses Haus oben an der Passstrasse)


1866: Malerische Landschaftsaufnahmen aus Paris

Le Bois de Vincennes. / Décrit et photographié par Émile de la Bédollière et Ildefonse ROUSSET. – Paris: Alphonse Giroux 1866. – 4°. [4], 71, [4] S. Text mit [3] kleinen Albumin-Silber-Prints, [22] Bl. mit grossen Albumin-Silber-Prints, 1 gestochene Karte. Reich illustrierter Leinen-Einband mit Goldprägung und Goldschnitt.

Das Buch mit Texten von Émile de la Bédollière (1812-1883) und Photographien von Ildefonse Rousset (Lebensdaten unbekannt) zeigt malerische Landschaftsaufnahmen, teilweise mit sehr lebendigen Personen, wie sie erst später bei  «Momentaufnahmen» möglich wurden. Da die Belichtungszeiten damals noch sehr lang waren, sind die Personen wohl durch den Photographen geschickt als mehr oder weniger unbewegliche Staffage arrangiert worden. Das Buch wurde 1866/1867 durch verschiedene Verlage herausgegeben, hauptsächlich bei der Librairie Internationale. Die vorliegende Ausgabe erschien bei Alphonse Giroux, einem Verwandten von Frau Daguerre, bei dem 1839 auch die Original-Ausgabe von Daguerre‘s Handbuch erschien.

Ref.: Sibylle Kaldewey, Kat. 15, Nr. 50 (mit Abb.).

Photobibliothek.ch 12302


1866: Ein Denkmal für Johannes Keppler in Weil der Stadt

Kepler's wahrer Geburtsort. Mit einer Original-Photographie des Modells seines Denkmals. / Herausgegeben von C[arl] GRUNER. – Ulm, Stuttgart: Im Selbstverlag des Herausgebers, Druck und Commissions-Verlag von Emil Ebner, 6. März 1866. – Gr.8°. XII S. Frontispiz mit mont. Albuminabzug, Titelei und Vorwort, 29 S. Text. Schmucklose Broschur.

Carl Gruner schreibt im Vorwort: «Denn wenn es noch zweifelhaft wäre, ob Kepler in Weilerstadt geboren worden, oder ob er überhaupt Weilerstädter war, wie liesse es sich dann rechtfertigen, für ein Denkmal in Weilerstadt zu wirken?» Etwas weiter unten kommt dann die Begründung: «Denn in neuerer Zeit wird, wie vom Zaun gerissen, die Frage über den Geburtsort als "streitige" in einigen Zeitungen ohne alle nähere Begründung wieder aufgewärmt, und andere Blätter haben diese Zweifel gläubig nachgedruckt.» Diese Zeitungen behaupten nämlich, Johannes Kepler (1571-1630) sei in Magstadt geboren, dem Nachbarort von Weilerstadt. Weilerstadt heisst heute Weil der Stadt, wie es in der vorliegenden Broschüre bereits auf dem Frontispiz genannt wird. Längst ist die Frage nicht mehr strittig: heute steht das abgebildete Denkmal tatsächlich in Weil der Stadt, allerdings auf einem etwas weniger pomösen Sockel.

Photobibliothek.ch 15505


1866: Seltenes Autograph von Talbot

Eigenhändiger Brief von William Henry Fox TALBOT an Margaret Gibson-Craig vom 9. März 1866. Doppel-Briefbogen 15,6 x 9,7 cm. / [William] H[enry] F[ox] Talbot ; [Margaret Gibson-]Craig. – Seite 1 (roter Stempel): "53 Great Stuart Street Edinburgh". Seite 1-3 (mit schwarzer Tinte): "Friday March 9th" "My Dear Miss Craig" [...] "Yours very truly H. F. Talbot".

"53 Great Stuart Street / Edinburgh / Friday March 9th / My dear Miss Craig / I am very much obliged to you for informing me of the very curious plant the orange-lemon tree at Cannes - I will certainly endeavour to obtain permission to see it and the other garden which you mention as curious. You know of course the Laburnum which bears 3 kinds of flowers, but that is the only example I know of two plants in one. / Mrs Talbot will send you a woodcut which I met with lately representing the Procession of Caterpillars which you observed at Cannes - It seems that is really its scientific name Bombyx (or Phalæna) processionea. It has therefore lately attracted the attention of the French Naturalists - / Yours very truly / H. F. Talbot» - Der erste Teil dieses Briefes [1] ist die Antwort auf den Brief von Margaret Gibson-Craig an Talbot vom 8. März 1866 [2]: «Dear Sir, / I have just heard that you intend to set out next week for Cannes, and I write to tell you of a very curious Orange tree which I saw two years ago in the great Orange Garden - at the Croisette, Cannes. It had on it growing at the same time, perfect Oranges & perfect Lemons, not grafted, and three or four fruit which were partly Lemon, and partly Orange, the difference of the parts being quite distinct: I examined several times the fruit with the utmost minuteness while it grew on the tree, and was perfectly satisfied that there could be no trick about it. The Owner of the Garden was very proud of the tree, which had been given him as a great curiosity by a friend. It has struck me that it would greatly interest you to go & examine this plant, and ascertain if it continues to produce such strange fruit, and you are little likely to hear of it at Cannes, for there no one seemed to take the least interest in any thing of the kind. You will find the Garden of Mr Woolfield - Villa Victoria - well worth a visit, and the owner is Most kind & liberal in allowing it to be seen, and he would give you an order to see the Garden of the - Chateau St George - in which there are many beautiful & interesting plants. While we were at Cannes, those were the only Gardens, of any great interest - I confess that I envy your going to that most charming place where I hear the weather is delightful. / My Sister joins me in kind regards to Mrs & the Miss Talbots, and I am dear Sir, / Yours sincerely, / Margaret Gibson Craig - Hermiston House» - Der zweite Teil von [1] bezieht sich möglicherweise auf den Brief von Constance Talbot-Mundy an ihren Mann [3]: «I write today mainly to send you the enclosed message from Miss Gibson Craig» - Margaret Gibson-Craig (gest. 1871) war die Tochter des schottischen Politikers Sir James Gibson Craig.

Ref.: The Correspondence of William Henry Fox Talbot, University of Glasgow, document number: [1] 09072 (vorliegender Brief); [2] 09071 (Lacock Abbey Collection Fox Talbot Museum Lacock); [3] 00226  (Lacock Abbey Collection Fox Talbot Museum Lacock). – Provenienz: David Schulson Autographs, New York, 2004.

Photobibliothek.ch 12192


1867: Holzstich nach einer berühmten Photographie von Robert Howlett

Le JOURNAL ILLUSTRÉ. – 4e Anné, No. 179, du 14 au 21 Juillet 1867. – 2°. S. 217-224.

Auf dem Titelblatt der berühmte Holzstich nach einer Photographie von Robert Howlett (1831-1858) von Isambard Kingdom Brunel (1806-1859) vor der Ankerkette des grössten Schiffes der damaligen Welt, der «Leviathan». Brunel war der Konstrukteur der «Leviathan» (später «Great Eastern»). Mit einer Kapazität von 4'000 Passagieren und der Fähigkeit, die Welt zu umrunden, ohne Kohle nachzubunkern,  war es seiner Zeit weit voraus. Der Stapellauf fand unter grosser öffentlicher Aufmerksamkeit statt, wurde aber wegen technischer Probleme und dem Brechen einer Kette zum Desaster. Die «Leviathan» bewegte sich lediglich ein paar Zentimeter weit. Erst Wochen später, am 31. Januar 1858, gelang der eigentliche Stapellauf . Nach einer Reihe von Unfällen, die auf den fluchbeladenen Namen des biblischen Seeungeheuers «Leviathan» zurückgeführt wurden, erhielt das Schiff seinen endgültigen Namen «Great Eastern». Brunel starb nach einem Schlaganfall noch vor der Jungfernfahrt auf dem Schiff.

Ref.: Lebeck, Kiosk, S. 18 (Holzstich). George Eastman House, Geschichte der Photographie, 2000, S. 230 (Photo).

Photobibliothek.ch 12465


1867: Mit Widmung der «Aunt Audus of Selby»

The History and Antiquities of Selby, In the West Riding of the Country of York. Containing its ancient and present state, ecclesiastical and civil, collected from various public records, and other authentic evidences; with notices of the neighbouring parish of Brayton. / W. Wilberforce Morrell. [Photos von William MONKHOUSE aus York (vgl. S. x u. xviii).] – Selby u. London: Bellerby u. Whittaker 1867. – Gr.8°. xxiii, [1] S., S. 18-350 mit Ill., [8] Bl. mont. Albumin-Prints, [16] Bl. Tafeln, [2] Bl. Karten. Ln.

Mit Widmung auf Vorsatz einer «Aunt Audus of Selby». Die Audus Family war ein angesehenes Geschlecht in Selby (über die Audus-Familie vgl. S. 254-258). Heute ist noch die Audus Street in Selby nach der Familie benannt.

Ref.: Gernsheim, Incunabula, 380.

Photobibliothek.ch 10173


1868: Das alte Edinburgh

Pituresque «Bits» from Old Edinburgh. / A series of photographs by Archibald BURNS. With descriptive and historical notes by Thomas Henderson. – Edinburgh [u.a.]: Edmonston and Douglas [u.a.] 1868. – 8°. 64 S. mit [8] Holzst., [15] Bl. Albumin-Prints 10,5 x 8,5 cm. Ln. mit Gold- und Blindprägung.

Leder-Supralibro «Collegium Sti. Laurentii Apund Amplefordiam». Interessantes Ex Libris mit montiertem Albumin-Print (Beschriftung teilweise ausgekratzt): «Syntax. First Year. First Price.»

Ref.: Gernsheim, Incunalula Nr. 428 (mit Abb.).

Photobibliothek.ch 3064


1868: Lieder und Bilder aus Schottland

SCOTLAND. Her Songs and Scenerie as sung by her Bards, and seen in the Camera. / [Photographs by Stephen Thompson and P. Ewing.] – London: A. W. Bennett 1868. – 8°. vii, [1], 192 S., [14] Bl. mit mont. Albumin-Silber-Prints. Ln. mit reichem Gold- und Blinddruck.

Ref.: Gernsheim, Incunabula, 424.

Photobibliothek.ch 10858


1868: Erster photographischer Atlas der Hautkrankheiten

Syphilides. Albumin-Silber-Prints 12 x 9 cm auf Albumblättern 28 x 19 cm. Tafeln aus: Alfred Louis Hardy und A. de MONTMÉJA, Clinique photographique de l'hôpital Saint-Louis, Paris, Chamerot et Lauwereyns, 1868. – Vorderseite (gedruckt): "Syphilides" "A. de Montméja" "Ad naturam phot. et pinx"; Blatt 1: "Syphilide squameuse circinée (Éphelides de la grossesse)"; Blatt 2: "Syphilide papuleuse plate".

Alfred Louis Hardy (1811-1893) war Professor an am hôpital Saint-Louis in Paris. 1866 liess er durch einen seiner ehemaligen Studenten, A. de Montméja (Lebensdaten unbekannt), die Clinique photographique de l'hôpital Saint-Louis einrichten. 1868 erschien dann der erste photographische Atlas der Hautkrankheiten. Darin wird eine Auswahl dermatologischer Krankheitsbilder auf insgesamt 50 Tafeln abgebildet und besprochen. Die Mehrzahl der Abbildungen weist eine unterschiedlich starke Kolorierung auf, die die Autoren für besonders wichtig hielten.

Photobibliothek.ch 12878


1868: Hochöfen und Dudley-Heuschrecke

DUDLEY. Illustrated by photographs. – Dudley: W. H. Laxton 1868. – Gr.8°. X, 48, [3] S., 22 Albumin-Silber-Prints auf Tafeln und im Text. Leineneinband mit Gold- und Blindprägung, Goldschnitt.

Dudley ist eine grosse Industriestadt im Zentrum von England (heute 190'000 Einwohner). Interessant ist das Buch vor allem deshalb, weil darin, neben Kirchen und schönen Landschaften, auch Industrieanlagen mit Hochöfen und auf dem Titelblatt sogar ein Fossill abgebilder sind. Beim letzteren handelt es sich um einen Trilobiten, dem Leitfossil für das Paläozoikum (Erdaltertum). Der Trilobit wird in England auch «Dudley Locusts» («Dudley-Heuschrecke») genannt, weil in dieser Gegend besonders viele dieser Versteinerungen zu finden sind.

Ref.: Gernsheim, Incunabula of British Photography, Nr. 422 (mit Abb. des Titelblatts). – Zustand: Tafeln stockfleckig

Photobibliothek.ch 12765


1868: Reise eines belgischen Photographen durch die Schweiz

Voyage en Suisse. Impressions d'un photographe. / L[ouis] GHÉMAR. – Paris: o.V. 1868. – Gr.8°. Holzstich-Frontispiz [Photograph auf Kamera reitend], VI, 86 S. Hldr.

Louis Ghémar (1819-1873) war Photograph in Brüssel (ab 1862: Ghémar-Frères) und wurde vor allem bekannt durch Photos des Belgischen Königshauses. Er war auch ein enger Freund Nadars. - Mit handschriftlicher Widmung «Bruxelles Août 1873 soumis par Monsieur Brousset à Mme. Leloup Ghémar».

Ref.: R&S 4377. Auer, Encyclopédie, Hermance, 1985, Bd. 1. Nadar, Als ich Photograph war, 1978, S. 126-127 u. 164-168.

Photobibliothek.ch 725


1868: Pionier der Mikrophotographie

Die Photographie als Hilfsmittel mikroskopischer Forschung. Erste und zweite Hälfte in einem Band. Mit 88 in den Text eingedruckten Holzstichen und zwei photographischen Tafeln. / Nach dem Französischen von A[lbert] MOITESSIER mit Autorisation des Verfassers deutsch bearbeitet und durch zahlreiche Zusätze erweitert von Berthold Benecke. – Braunschweig: Friedrich Vieweg und Sohn 1868. – 8°. XIV, 265, [4] S. mit 88 Holzstichen, II Tafeln mit mont. Albumin-Prints. Neuer Halbleinen-Einband.

Der Franzose Albert Moitessier (1833-1889) war ein Pionier der Mikrophotographie. Die beiden photographischen Tafeln zeigen insgesamt 12 mikroskopische Präparate. Die Originalausgabe des Buches erschien 1866 in Paris u.d.T. «La Photographie appliquée aux recherches micrographiques».

Ref.: HBK2 05313. Frizot S. 277 (Abb. aus der franz. Originalausgabe).

Photobibliothek.ch 3364


1869: Der Gewinner des «Grand Concours du Duc de Luynes»

La Seine aux âges anté-historiques - Ancien lits Epoque quaternaire - Etrechy - Pl. 59.bis - Tête de boeuf (profil) 2/5 nature. Blattgrösse 27,6 x 35,8 cm, Bildgrösse 18,4 x 23,1 cm, o.J. [1869]. / Ville de Paris. Atelier des Traveaux historiques. E[rnest] Lacan dir. Procédé spécial photolithographique [d'après Alphonse POITEVIN]. – Titel etc. in der Platte. Glockenförmige Druckermarke mit einem "E" darin.

Die neu gegründete Société Française de la Photographie schrieb 1856 zwei Wettbewerbe aus:
1) Den «Petit Concours du Duc de Luynes» für den stabilsten photographischen Abzug. Dieser Wettbewerb schloss theoretisch 1858, praktisch jedoch erst 1862 und wurde von Poitevin mit seinen Kohledruck gewonnen.
2) Den «Grand Concours du Duc de Luynes» für das beste photographische Reproduktionsverfahren. Dieser schloss theoretisch 1859, praktisch jedoch erst 1867. Auch dieser zweite Wettbewerb wurde von Poitevin gewonnen und zwar mit seinen Photolithographie-Prozess.
Das neue Druckverfahren wurde in der Imprimerie Nationale unter der Leitung von Ernest Lacan erstmals angewendet. Die Wiedergabe der Halbtönen war allerdings noch sehr heikel. «La Seine aux âges anté-historiques» war eines der ersten photographisch illustrierten Bücher, weches in der Imprimerie Nationale gedruckt wurde.

Ref.: Internet: Jean-Daniel Lemoine, Les procédés photomécaniques en France au 19ème siècle (Abb. einer anderen Tafel des Werkes).

Photobibliothek.ch 12053


1869: Seltene Erstausgabe des Begründers des Pictorialismus

Pictorial Effect in Photography. Being hints on composition and chiaroscuro for photographers. To which added a chapter on combination printing. / H[enry] P[each] ROBINSON. – London: Piper & Carter 1869. – 8°. 199, viii S. mit Holzst., [3] Bl. Radierungen, [3] Bl. mit 1 mont. Albuminprint u. 2 Woddburytypien. Ln. mit Gold- und Blinddruck.

Der Albumin-Print stellt ein Mädchen mit Wasserkrug dar. Die eine Woodburytypie zeigt die bekannte Aufnahme Robinson's «Zwei Mädchen» und die andere ein Kombinationsbild aus verschiedenen Photographien (combination printing).

Ref.: Coe, Das erste Jahrhundert der Photographie, S. 105 (Abb. «Zwei Mädchen»).

Photobibliothek.ch 10852


1870: Fliege, Wassertropfen, Schneckenzunge...

Blicke durch das Mikroskop. Bilder und Skizzen der kleinen Welt. / Von Julius STINDE. – Hamburg: J.F. Richter 1870. – Gr.8°. 208, [4] S., XII Tfln. mit mont. Albumin-Silber-Prints. Hldr. mit Goldprägung.

Populärwissenschaftliches Buch über die Mikrophotographie. Die Kapitel heissen «Die Fliege», «Ein Wassertropfen», «Eine Schneckenzunge» usw.

Ref.: Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam, 1988.

Photobibliothek.ch 296


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