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Photobibliothek.ch ist eine Privatbibliothek
zur Geschichte der Photographie in der Nähe von Schaffhausen in der Schweiz.

>>> Zeitungsartikel usw.




«So viele Bücher! Haben Sie die alle gelesen?»




 

 

 

 

   

Buch über Filmbücher

Im Spielfilm «La Nuit américaine» über die Dreharbeiten zu einem Spielfilm ist François Truffaut zugleich realer Regisseuer und Darsteller des fiktiven Regisseurs. In einer Szene öffnet er ein Paket, das er soeben erhalten hat. Es enthält Filmbücher über Regisseure, die er bewundert. Auf diese Szene verweist der Filmhistoriker Breixo Viejo im Vorwort zu seinem soeben vorgelegten Buch über Filmbücher «Film Books – A Visual History». Ähnlich den Photobüchern werden auch Filmbücher zunehmend als ebenso wichtige kulturelle Beiträge zur Geschichte des Films erkannt, wie die Filme selbst. Für viele Filmfreunde sind deshalb Filmbücher zu einem faszinierenden Sammelobjekt geworden. Viejo zeigt in seinem Buch einen Querschnitt der einflussreichsten Filmbücher seit 1895, als in Paris die erste öffentliche Filmvorführung durch die Gebrüder Lumière stattfand.

Da Photobibliothek.ch eine Sammlung bedeutender Filmbücher besitzt, konnte sie zu Viejos Buch auch bibliographische Daten und Bildmaterial beitragen.

>>> Interview mit Breixo Viejo

>>> Zur Filmbuch-Sammlung

 

 

 

 

Film Books. A Visual History. / Breixo VIEJO. – First edition. – New Castle, Delaware: Oak Knoll Press 2016.


25 Jahre Digitalphotographie

Auf der CeBit 1991 wurde vor 25 Jahren die erste Digitalkamera vorgestellt. In den USA wurde sie als «Dycam Model 1» und in Europa als «Logitech Fotoman FM-1» vermarktet.



Logitech Fotoman FM-1 mit serieller Schnittstelle zur Übertragung der Bilder und anschliessenden Bildbearbeitung auf einem PC

Das US-Unternehmen Dycam entwickelte die erste Digitalkamera mit digitaler Bildspeicherung und tat sich für den europäischen Markt mit dem Schweizer Unternehmen Logitech zusammen. Erstmals vorgestellt wurde die Kamera auf der CeBit im März 1991. In den USA wurde die Kamera dann als «Dycam Model 1» (Farbe: dunkelgrau) und in Europa als «Logitech Fotoman FM-1» (Farbe: weiss) vermarktet.

Steven J. Sasson hatte bereits 1975 für Kodak die erste tragbare elektronische Kamera entwickelt. Diese speicherte das Video-Standbild eines CCD-Sensor von Fairchild als Analogsignal auf einem Kassettenrecorder. Die «Mavica» von Sony war ab 1987 die erste Still-Video-Kamera für den Amateurmarkt mit austauschbarem Bildspeicher in Form einer 2"-Video-Floppydisk für je 50 Aufnahmen. Diese Still-Video-Kameras waren noch keine Digitalkameras – alles geschah ja anolog und nirgens lag ein digitales Signal vor, weshalb auch die Übertragung auf einen PC gar nicht möglich war.

Die «Dycam Model 1» bzw. «Logitech Fotoman FM-1» war deshalb die erste Digitalkamera für den Amateurmarkt. Die erste digitale Spiegelreflexkamera, die «Kodak DCS100», erschien etwa zur gleichen Zeit, diese war aber extrem teuer und wurde nur im professionellen Bereich eingesetzt.

Da die «Logitech Fotoman FM-1» (Bild oben) nur einen optischen Sucher, aber noch keinen Bildschirm hatte, wurde der Status mittels akkustischem Feedback angezeigt. Ein langer, hoher Ton bedeutete «Kamera wieder aufnahmebereit», ein langer tiefer Ton «Akku bald leer» usw. Die Kamera brauchte permanent Strom, und die Akkus waren daher grundsätzlich nach etwa 36 Stunden leer, auch wenn die Kamera gar nicht benutzt wurde. War der Akku einmal entladen, gingen auch die Bilder verloren. Deshalb wurde empfohlen, die Kamera bei Nichtgebrauch sofort wieder in die Ladestation zu stecken. Das Herunterladen der maximal 32 Bilder über die serielle Schnittstelle war abendfüllend: selbst beim damals schnellsten 386er-PC dauerte es eine halbe Stunde!

Technische Daten und Preis der Logitech Fotoman FM-1:
Brennweite: 8,5 mm (= 55 mm KB)
Blende: 1:4,5
Verschlusszeiten: 1/1000 bis 1/30 Sekunde (1/25 Sekunde mit Blitz)
CCD-Sensor: 376 x 284 Pixel
Farbtiefe: 256 Graustufen
Empfindlichkeit: ISO200, mit Graufilter ISO25
Interner Speicher: 4 MB für maximal 32 Bilder
Serielle Schnittstelle: RS232
Stromversorgung: 2 Akkus AA NiCd fest eingebaut
Gewicht: 300 Gramm
Preis 1991: 800...1000 USD, 500 GBP, 1700 DEM

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Originalaufnahme, die mit einer Logitech Fotoman FM-1 gemacht wurde
1 Bildpixel entspricht 1 Bildschirmpixel (wenn Zoom auf 100%)
© 1996 John Henshall

 

 


Neu auf Photobibliothek.ch


>>> Das Thema Doppelmord auf dem Säntis 1922 konnte um 20 Aufnahmen aus dem Nachlass von Heinrich Haas erweitert werden

>>> Auch die japanischen Photographien haben jetzt eine eigene Rubrik

>>> Japanische Photobücher haben jetzt eine eigene Rubrik

>>> Zur Seite über Max Seidel wurden zahlreiche neue Photos hinzugefügt

>>> Das Lexikon der Illustra-tionsverfahren wurde um einige Beiträge erweitert und bezüglich Systematik verbessert

>>> Der Beitrag zur Werkbund-ausstellung «Film und Foto» von 1929 wurde erweitert

>>> Die Schweizer Photobuchreihe «La Guilde du Livre» wurde um wichtige Werke erweitert

>>> Die Rubrik Bücher über Photobücher wurde überarbeitet und ist neu unter «Bücher» zu finden

>>> Die Rubrik Schutzumschläge wurde überarbeitet und ist neu unter «Bücher» zu finden

>>> An der Sonnenfinsternis vom 20. März 2015 konnte Aristoteles' Beschreibung des Prinzips der Camera obscura beobachtet werden


>>> Die Rubrik Film und Fernsehen wurde in wesentlichen Teilen überarbeitet und erweitert

 

 





Die Elektronik der Logitech Fotoman FM-1 war auf dem neuesten Stand der Technik. Hauptproblem war der flüchtige RAM-Speicher (grösster Chip in der Mitte links), der seine Daten verlor, sobald die beiden Akkus leer waren (unten im Bild, hier aus Sicherheitsgründen entfernt).
 


Archiv

>>> 175 Jahre Photographie, 2014
>>> Buch des Monats, 2009-2013
>>> Buchempfehlungen

     

Häufig gelesen

   

 

Diessenhofen
Photobibliothek.ch ist in Diessenhofen zu Hause. Das mittelalterliche Städtchen liegt von Schaffhausen aus gesehen 10 km rheinaufwärts direkt an der deutschen Grenze. Einige interessante Themen, wie die Bombardierung der Rheinbrücke im November 1944 oder die Geschichte der Diessenhofer Photographen, sind hier in einer Rubrik zu finden. >>> Mehr

 

Was ist auf dem Bild?
Im Idealfall steht auf einer Aufnahme wann, wo und von wem sie aufgenommen wurde und was darauf abgebildet ist. Bei einigen interessanten Aufnahmen der Sammlung fehlen diese Angaben und konnten nicht anderweitig eruiert werden. Helfen Sie deshalb mit, unbekannte Photographien zu identifizieren. Falls Sie etwas in höherer Auflösung anschauen möchten, können Sie gerne eine bessere Bilddatei anfordern. >>> Mehr

 

Bücher über Photobücher
Bücher über Photobücher haben momentan Hochkonjunktur. Spätestens seit Parr/Badger (2004) wird versucht, einen «Kanon» der bedeutendsten Photobücher zu etablieren. Die dadurch «geadelten» Photobücher werden zunehmend als Kunstobjekte gesammelt und haben – nach den Preisen für Photographien – auch die Preise berühmter Photobücher in die Höhe schnellen lassen. >>> Mehr




 

Systematik der Illustrationsverfahren
Das Lexikon der Illustrationsverfahren ist grundsätzlich alphabetisch geordnet. Deshalb konnte bisher nur zum Anfangsbuchstaben der Lexikoneinträge gesprungen werden. Das Lexikon wurde nun durch eine Systematik erweitert, die von den ersten Unikatverfahren über Auskopier- und Entwicklungsverfahren bis zu den Hoch-, Tief- Flach-, und Durchdrucktechniken reicht. Damit kann jetzt auch systematisch gesucht und dann direkt zu den einzelnen Verfahren gesprungen werden. >>> Mehr

 

Aristoteles und die Camera obscura
Bereits um 350 v.Chr. beobachtete Aristoteles bei einer partiellen Sonnenfinsternis ein optisches Phänomen, welches später bei der Camera obscura ausgenutzt wurde. Erstaunlicherweise kann man das Phänomen auch ohne Sonnenfinsternis beobachten. Daneben wird gezeigt, wie man eine Camera obscura selber bauen kann und wie Goethe in «Die Wahlverwandtschaften» über einen Engländer berichtete, der sich – 30 Jahre vor Erfindung der Photographie! – in der Art eines «frühen Amateurphotographen» betätigte. >>> Mehr

 

Ausstellung der «Ersten Photographie der Welt» in Mannheim 2012/2013
1963 verkaufte Helmut Gernsheim seine historische Sammlung mit der «Ersten Photographie der Welt» an das Harry Ransom Humanity Research Center in Austin, Texas. Er sammelte jedoch weiterhin zeitgenössische Photographie. Diese zweite, Sammlung wird seit 2002 vom Forum Internationale Photographie der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim verwaltet. Beide Sammlungen wurden 2012/2013 in Mannheim gezeigt. Falls Sie die wichtige Ausstellung verpasst haben, finden Sie hier einen kleinen Rückblick. >>> Mehr

 

Spurensuche nach Nicéphore Niépce im Burgund
Die erste, heute noch erhaltene Photographie der Welt machte Nicéphore Niépce 1827 auf seinem Landgut «Le Gras» in St. Loup de Varennes im Burgund. Seit kurzem ist das Haus öffentlich zugänglich und kann besucht werden. In Chalon-sur-Saône kann zudem das Geburtshaus von Niépce und das ihm gewidmete Museum besucht werden. >>> Mehr

 

Niépce und die «Erste Photographie der Welt»
1827 schenkte Nicéphore Niépce dem englischen Botaniker Francis Bauer ein Konvolut mit erfolgreichen Versuchen zur Photographie. «Point de vue du Gras» wurde im 19. Jahrhundert mehrfach als «Erste Photographie der Welt» ausgestellt, bis sie 1898 spurlos verschwand. Nach abenteuerlicher Suche wurde die Aufnahme 1952 durch Helmut Gernseim wieder aufgefunden. >>> Mehr


Buchempfehlungen

   



Autopsie. Deutschsprachige Fotobücher 1918-1945. Band 1. / Herausgeber: Manfred HEITING, Roland Jaeger. Mit Beiträgen von Ute Brüning [u.a.]. – Göttingen: Steidl 2012.
 



Autopsie. Deutschsprachige Fotobücher 1918-1945. Band 2. / Herausgeber: Manfred HEITING, Roland Jaeger. Mit Beiträgen von Hans Rudolf Gabathuler [u.a.]. – Göttingen: Steidl 2014.

Autopsie 1+2

Autopsie (griech.) heisst bei der Bibliographie
die Erarbeitung der bibliographischen Angaben
auf Grund unmittelbarer Inaugenscheinnahme
des zu katalogisierenden Druckwerkes.
[Hiller, Wörterbuch des Buches, 4. Aufl. 1980]

Das zweibändige Werk «Autopsie» stellt die deutschsprachigen Photobücher von 1918 bis 1945 in ihrer ganzen Bandbreite vor. Es dokumentiert diese in den verschiedenen Ausstattungen und Auflagen zum Zeitpunkt ihres Erscheinens. Ausgewählte Verlage und charakteristische Buchreihen werden vorgestellt, Essays behandeln monografisch die Buchveröffentlichungen einzelner Photographen, und Überblicksartikel gelten bestimmten Sonderformen des Photobuchs. Darüber hinaus werden wichtige Einzelbücher näher untersucht.

Im soeben erschienenen zweiten Band werden wichtige Fotografen wie Albert Renger-Patzsch und Paul Wolff, bedeutende Buchreihen wie «Das Deutsche Lichtbild», produktive Verlage wie F. Bruckmann und markante Bildthemen wie Akt, Architektur und Olympia 1936 präsentiert. Das Buch ist mit 2000 Farbabbildungen illustriert, die die Photobücher – oft zum ersten Mal – in ihren originalen Ausstattungen und allen Auflagen zeigen. Damit ist das ebenso informative wie attraktive Standardwerk komplett.

Zu Band 1 hatte Photobibliothek.ch bereits bibliographische Daten und Bildmaterial beigetragen. In Band 2 ist das Kapitel «Schutz – Blickfang – Werbefläche» von Hans Rudolf Gabathuler hervorzuheben: Seine Geschichte der photographischen Schutzumschläge von nicht photographischen Büchern ist wohl eine der umfassendsten Darstellungen, die es zur Zeit zu diesem Thema gibt. Neben Schutzumschlägen zu Trivialliteratur, Romanen, Abenteuerbüchern und Sachbüchern werden auch wichtige Schutzumschlaggestalter wie John Heartfield, Georg Salter, Walter Cyliax, Pierre Gauchat und Richard Paul Lohse vorgestellt.

   

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