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Cascade du Sidi-Mécid, 1890  

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Was ist auf dem Bild? 

 

 

 

Photographien 1901-1920

Um die Jahrhundertwende: Polizeiphotographie nach Alphonse Bertillon

Schon kurz nach ihrer Erfindung wurde die Photographie zur Fahndung und Identifikation von Heimatlosen und Kriminellen eingesetzt [1]. Zu einer eigenständigen Wissenschaft wurde die Polizeiphotographie jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts, als Adolphe Bertillon (1853-1914) in der Polizeipräfektur von Paris ein anthropometrisches System zur Personenidentifizierung entwickelte [2] [3]. Dabei wurde der Delinquent von vorne und von rechts im Profil photographiert. Dazu sass dieser auf einem um 90 Grad drehbaren Stuhl mit Kopfstütze.

[1] Wider das Leugnen und Verstellen, Fahndungsfotografien von Heimatlosen 1852/53, Fotomuseum Winterthur, 1998.
[2] Serge Plantureux, Fichier des anarchistes, Paris, 1998.
[3] L'Ame au corps, Ausstellung im Grand-Palais, Paris, 1993/1994.

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Polizeiphotographie im Jahre 1875

Le JOURNAL ILLUSTRÉ. – Douzième Anné, No. 5, Dimanche 31 Janvier 1875. – 2°. S. 33-40.

Zustand: Riss über den ganzen Holzstich, alt repariert

Photobibliothek.ch 12461

Auf S. 40 «La photographie dans les prisons», ein ganzseitiger Holzstich eines renitenten Gefangenen, der recht brutal behandelt wird, um photographiert werden zu können (nach einer Zeichnung von H. Meyer). Auf S. 34 schreibt ein Aristide Roger in der «Chronique de la semaine», eine neue Erfindung würde bald so kleine Photoapparate erlauben, dass man Diebe unbemerkt bei der Tat photographieren und so später überführen könnte.

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Der Anarchist Ravachol wird 1892 anthropometrisch erfasst und guillotiniert

L'arrestation de Ravachol [d.i. François Claudius Koënigstein]. Ravachol photographié au service de l'anthropométrie du Palais-de-Justice [PHOTOGRAPH]. Holzstich, Bildgrösse 22 x 32 cm, Blattgrösse 25 x 34 cm. / F. de Haenen. [Alphonse Bertillon.] – Aus: L'Illustration, 1892.

Ref.: [1] Uthmann, Paris für Fortgeschrittene, 1981, S. 70/71. [2] Lécuyer, S. 389 (Variante ebenfalls von Haenen).

Photobibliothek.ch 2131

Der Anarchist Ravachol, der eigentlich François Claudius Koënigstein (1859-1892) hiess, erschreckte die Pariser 1891/92 durch eine Serie von Bombenattentaten. Er wurde zum Tode verurteilt und geköpft. Der Neurologe Jean Martin Charcot halbierte den Schädel zu Forschungszwecken, was eine Putzfrau zum Ausspruch veranlasste, sie hätte gar nicht gewusst, dass die Guillotine den Schädel der Länge nach spalte. Der halbierte, in Formalin eingelegte Schädel kann angeblich noch heute in der Salpêtrière besichtigt werden [1]. - Der dritte von links ist Alphonse Bertillon (1853-1914), der Begründer der wissenschaftlichen Polizeiphotographie.

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1899 ist der Kindermörder Georges-Henri Sautton dran

L'assassin de Choisy-le-Roy à l'anthropométrie [Alphonse BERTILLON photographiert den Kindermörder Georges-Henri Sautton. Kolorierte Autotypie, Bildgrösse 36,8 x 26,8 cm, Blattgrösse 40,0 x 28,6 cm, aus: Le Petit journal, 7. Mai 1899. / H. Meyer ; V. Michel.

Ref.: Eder, Geschichte der Photographie, S. 614 (Alphonse Bertillon). Braive, Das Zeitalter der Photographie, S. 192 (Alphonse Bertillon).

Photobibliothek.ch 11331

Der Begründer der Anthropometrie, Alphonse Bertillon (1853-1914), photographiert den Kindermörder Georges-Henri Sautton (21). Dieser hatte in Choisy-le-Roy (Val-de-Marne) die kleine Louise Martin umgebracht. «La police s'est enfin emparée de l'ignoble assassin de la petite Louise Martin. C'est une sorte de brute de vingt et un ans nommée Georges-Henri Sautton. [...] Notre dessinateur l'a représenté au moment où il pose devant M. [Alphonse] Bertillon. Ce dernier est, comme on sait, l'auteur de l'anthropométrie, une admirable invention que les gouvernements étrangers se sont hâtés de nous emprunter et qui permet, en quelques instants, d'établir avec une extrême précision l'identité des malfaiteurs qui ont été une fois seulement au pouvoir de la police.»

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Anthropometrische Photographien nach Alphonse Bertillon (um 1908)

Anthropometrische Photographien nach Alphonse BERTILLON. 7 Gelatine-Silber-Prints 7 x 14 cm, Frankreich, o.J. [um 1908].

Photobibliothek.ch 15091

Die abgebildeten Kriminellen sind alle männlich und etwa 20 bis 25 Jahre alt.
Um Verwechslungen auszuschliessen, wurde ihnen ein Schild mit einer Identifikationsnummer ans Revers gehängt.


1901-1950: Das Jahrhundert der Postkarten

Das 20. Jahrhundert wird oft als das Jahrhundert der Postkarten (bzw. Ansichtskarten) bezeichnet. Hervorgegangen sind diese aus der sogenannten «Carte de Correspondance», mit der kurze Nachrichten zu einem wesentlich billigeren Porto als per Brief versandt werden konnten. Die eine Seite der Karte war allein für die Adresse vorgesehen und die private Mitteilung durfte nur auf die andere Seite geschrieben werden. Diesem Schema folgten auch die ersten Bildpostkarten bis etwa 1907.

Eine Seite allein für Adresse und Frankierung

Das Bild ist auf der anderen Seite und lässt nur wenig Platz für privaten Text
(Photobibliothek.ch 16290)

Nach 1907 wurde die geteilte Adresse üblich, so dass fortan
eine ganze Seite für das Bild zur Verfügung stand
(Photobibliothek.ch 16291)

Photobibliothek.ch sammelt Ansichtskarten nur in Ausnahmefällen, wie etwa Ansichtskarten von Diessenhofen. Hier sind Beispiele zu finden:

>>> Beispiele aus der Sammlung Diessenhofen

Im Folgenden werden noch paar weitere typische Beispiele vorgestellt, die aber eher unter das Thema «Kitsch & Curiosa» fallen.

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Postkarten en gros

POSTKARTEN EN GROS, Berlin, Stallschreiberstrasse, 1905. Celloidin-Silber-Print, 12,0 x 16,5 cm, auf Karton. – Titel mit Bleistift auf der Rückseite.

Interessantes Dokument eines frühen Postkarten-Verlags.

Photobibliothek.ch 3593

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Kitsch-Postkarten für alle erdenklichen Fälle

KITSCH-GLÜCKWUNSCHKARTEN. 10 Gelatine-Silber- und 4 Lichtdruck-Glückwunschkarten (teilweise handkoloriert) zu Neujahr (1903 und 1907), Ostern (3), Weihnachten (3), Konfirmation (3), Liebe (2) und Geburt (1).

Photobibliothek.ch 15561

«Geh, meine Kleine, und mach' deine Sache weiser als ich!»

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Postkarten mit optischen Effekten

Die folgenden Postkarten zeigen einige optische Effekte recht anschaulich: die Entstehung eines sogenannten «Nachbildes» – schwarzweiss und farbig – sowie stereoskopisches Sehen mittels «Free Viewing».

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L'Image mystérieuse «Greta GARBO». Hochdruck-Postkarte 14,3 x 9,6 cm, nicht gelaufen, o.J. [um 1910]. / Exclusivité E. S., Editeur, Paris. – Vorder- und Rückseite bedruckt.

Photobibliothek.ch 16344

Im Auge entsteht ein positives «Phantombild», wenn man ein Negativ etwa eine Minute lang fixiert und dann den Blick auf einen weissen Hintergrund richtet. Einzige Voraussetzung zum Genuss dieser 100 Jahre alten Postkarte ist, dass der Betrachter noch weiss, wie Greta Garbo aussah…

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Deutschlands Flagge, schwarz-weiss-rot. Farbige Postkarte 13,7 x 8,8 cm, nicht gelaufen, o.J. [um 1910]. / Albert FINK, Berlin. – Vorder- und Rückseite bedruckt.

Photobibliothek.ch 16345

Diese Postkarte zeigt, dass der Nachbildeffekt auch für Komplementärfarben gilt: im Auge entsteht ein positives «Farb-Phantombild», wenn man ein Farbnegativ etwa eine Minute lang fixiert und dann den Blick auf einen weissen Hintergrund richtet (der schwarze Hintergrund auf der Postkarte funktioniert ebenfalls).

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[STEREO FREE VIEWING.] Gelatine-Silber-Print (Postkarte) 13,8 x 8,9 cm, gelaufen während der Hitlerzeit um 1935 (6-Pfennig-Briefmarke mit Hitler-Porträt teilweise abgerissen).

Beim «Free Viewing» kommt man ohne Brille und ohne jegliches Gerät aus. Die Methode lässt sich grundsätzlich mit etwas Übung auf alle Stereokarten mit zwei Bildern anwenden: es muss nur gelingen, die beiden Bilder parallel anzuschauen. Wenn man es richtig macht, sieht man zunächst drei Bilder, wobei das mittlere das dreidimensionale ist, auf das man sich konzentrieren muss. Beim üblichen Stereoformat von etwa 9 x 18 cm gelingt dies allerdings nur den Wenigsten; wesenlich einfacher geht es mit kleineren Formaten, die über kurze Distanz betrachtet werden können.

Photobibliothek.ch 16343

Diese Postkarte ist hervorragend zum Üben von «Free Viewing» geeignet. Die Gebrauchsanleitung empfiehlt, die Karte auf einen Spiegel zu legen und sich selbst in die Augen zu schauen. Es geht auch ohne diesen Trick: es genügt, einfach über die Karte hinweg in die Ferne zu blicken, und sobald man drei Bilder sieht, sich auf das mittlere Bild zu konzentrieren.

>>> Höhere Auflösung zum Ausdruck auf Postkartengrösse (DIN A6)

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Tall-Tales-Postkarten

Anfangs des 20. Jahrhunderts waren Postkarten mit sogenannten «Tall Tales» (Lügengeschichten) mit Riesengemüse, Riesenbeeren und Riesenfischen ausserordentlich beliebt.

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M[iss]o[uri] is the place we grow large cabbage. Gelatine-Silber-Print 8,7 x 13,7 cm, gelaufen 17.3.1910. / Copyright Photograph 1908 by W. H. MARTIN. Published by the North American Post Card Co[mpany], Kansas City, USA. – Titel und Photograph im Negativ, Rückseite bedruckt.

Photobibliothek.ch 16346

Ob die vorliegende Photographie real ist oder eine Photomontage ist unklar.
Zeichen einer Photomontage sind keine zu finden, aber gibt es tatsächlich so
grosse Kabisköpfe?

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A Carload of Raspberries from … [Platz für den Absende-Ort]. Chromolithographie 8,8 x 13,9 cm, gelaufen 3.11.1911. / Copyright 1910 by Edward H. MICHELL, San Francisco.

Photobibliothek.ch 16347

Ein besonders beliebtes Motiv waren Riesen-Himbeeren.

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Saw a fair-sized trout here today [Bildseite] - They grow big here [Rückseite]. Farbautotypie 8,8 x 14,0 cm, nicht gelaufen, o.J. [um 1950]. / Mike ROBERTS, Berkeley [Kalifornien].

Photobibliothek.ch 16348

Ein wesentlich späteres Motiv mit einer Riesen-Forelle


1901-1908: Eugène Atget

Monastère des Bénédictiens Anglais, 269 rue St. Jacques, 4989. Albumin-Silber-Print 22,4 x 18,0 auf Karton 37,5 x 27,0 cm, o.J. [um 1900]. / [Eugène ATGET.] – Titel mit Bleistift auf Rückseite.

Das Gebäude steht heute noch, darin befindet sich die Schola Cantorum.

Ref.: Beaumont Maillet, Atget Paris, 1900, Abb. auf S. 345.

Photobibliothek.ch 14083

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Ambassade d'Autriche, 57, Rue de Varenne. Albumin-Silber-Print, 21,5 x 18 cm, o.J. [ca. 1905]. / Eugène ATGET. – In Atget's Handschrift auf Rückseite (mit Bleistift): "Ambassade d'autriche 57 Rue de Varenne" "5117".

Eugène Atget (1857-1927) dokumentierte mit seiner Plattenkamera das alte Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die junge Photographin Berenice Abbott veröffentlichte Atget's Photographien zum ersten Mal in «E. Atget, Lichtbilder» welches 1930 bei Henri Jonquières auf Deutsch und Französisch erschien. In diersem Band ist die vorliegende Aufnahme als Tafel 45 enthalten. Atget wurde zuerst von den Surrealisten entdeckt, und später wurde er Vorbild zahlreicher berühmter Dokumentar- und Konzeptphotographen.

Ref.: Atget, Lichtbilder, 1930, Tafel 45. – Provenienz: Photo Verdeau, 2007.

Photobibliothek.ch 13373

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[Ambassade d'Autriche, 57 rue de Varenne, Paris, 1905/1906.] Gelatine-Silber-Print 17,9 x 23,8 cm, Abzug vom Originalnegativ von Georges Fèvre 1977. / Eugène ATGET. – Im Negativ (spiegelverkehrt): "5110". Rückseite (mit Bleistift): "Tirage réalisé par Georges Fèvre en 1977" "P. 128-129".

Die Aufnahme ist vor allem als «Selbstportrait» von Atget bekannt: Im Kamin spiegeln sich Kamera, Hut und Mantel von Atget.

Ref.: MOMA, Eugène Atget, Bd. 2, München, 1984, Tafel 34. Le photographe photographié, 2004, S. 65, Abb. 37. – Provenienz: Photo Verdeau 2007.

Photobibliothek.ch 12826

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Hôtel d'Argenson [heute Hôtel de Rothelin-Charolais], Rue de Grenelle 101. Albumin-Silber-Print, 21,3 x 17,8 cm, o.J. [1907 oder 1908]. / Eugène ATGET. – In Atget's Handschrift auf Rückseite (mit Bleistift): "Hôtel d'Argenson Rue de Grenelle 101" "5470".

Der Raum mit mit dem leeren Tisch und den dahinter durch weisse Tücher geschützten Stühlen gibt dem Bild den typisch surrealen Einschlag, für den Atgets Photographien bekannt sind. - Das Hôtel de Rothelin-Charolais wurde 1704 für den Marquis de Rothelin erbaut. 1825 wurde das Gebäude vom Staat gekauft und zwischen 1860 und 1870 als österreichische Botschaft genutzt. 1867 gab hier die Prinzessin von Metternich zusammen mit Kaiser Napolon III und Kaiserin Eugénie ein grosses Fest zur Eröffnung der ersten Weltausstellung in Paris. Heute beherbergt das Gebäude das Industrie-Ministerium.

Ref.: Puttnies, Atget, Zürich, 1981, Nr. 25. MOMA, Eugène Atget, Bd. 3, München, 1984 (Datierung auf 1907 oder 1908). Tafel beim Gebäude mit der Geschichte des Hauses. – Provenienz: Photo Verdeau, 2006.

Photobibliothek.ch 12623

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[Place Eau de Robec, Rouen, 1907.] Albumin-Silber-Print, Plattengrösse 24 x 18 cm, Blattgrösse 31 x 24 cm; Abzug vom Originalnegativ von P[ierre] Gasmann aus dem Jahre 1977. / Eugène ATGET. – Spiegelverkehrte Nummer im Negativ: "372". Rückseite (gestempelt): "Négatif de la Collection des Archives photographiques des Monuments historiques copyright SPADEM/CNMHS" "P. Gasmann 1977". Eigenhändige Signatur (Bleistift): "P. Gasmann".

Ein verträumtes Mädchen steht mit gefalteten Händen vor einem reich geschnitzten Holzpotal an der Place Eau de Robec in Rouen. - Von Atget's Werk gibt es zwei bedeutende Reihen von Neuabzügen: In den 30er und 40er Jahren von Berenice Abbott (Negative heute im Museum of Modern Art) und 1977 von Pierre Gasmann von den Negativen der Collection des Archives photographiques des Monuments historiques. - Gasmann ist der Begründer der legendären Photokopieranstalt «Picto», bei der beispielsweise Henri Cartier-Bresson alle seine Abzüge herstellen liess.

Ref.: Puttnies, Atget, Zürich, 1981, Nr. 51. MOMA, Eugène Atget, Bd. 3, München, 1984 (Datierung auf 1907). Camera 3/1978 (Titelblatt). – Provenienz: Photo Verdeau, 2006.

Photobibliothek.ch 12624

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Hôtel d'Ecquevilly [dit du Grand Veneur], Rue de Turenne 60. Albumin-Silber-Print, 18,0 x 22,0 cm, o.J. [1908]. / Eugène ATGET. – In Atget's Handschrift auf Rückseite (mit Bleistift): "Hôtel d'ecquevilly, Rue de Turenne 60" "55?1".

Ein erstes Gebäude wurde 1646 für Charles de Guénégaud erbaut. Der französische Kanzler Boucherat kaufte es 1686 und baute es um. 1733 wechselte es zu Vincent Hennequin d'Equevilly, Hauptmann der königlichen Wildschwein-Jagdmannschaft (equipage du sanglier). Die Dekorationen mit Jagdmotiven wurden später durch seinen Sohn Louis angebracht. Das Bild zeigt den reich verzierten Balkon mit einem schmiedeisernem Gitter mit Tieren. In der Mitte unter dem Balkon der Kopf eines Wildschweins. - Das Gebäude wird heute als Geschäftshaus genutzt. Der Balkon ist praktisch unverändert.

Ref.: Beaumont-Maillet, Atget Paris, 1992, S. 178/179 (Abb. 3 Varianten). MOMA, Eugène Atget, Bd. 3, München, 1984 (Datierung auf 1908). Tafel beim Gebäude mit der Geschichte des Hauses. – Provenienz: Bouquiniste am Quai Voltaire (1990). – Zustand: Unteres Drittel leider etwas ausgebleicht

Photobibliothek.ch 250

Der Balkon 2003


1902: Einsturz des Campanile di San Marco

Il Campanile di San Marco crollato il 14 luglio 1902 (ore 9.52 ant.). Lichtdruck (Ansichtskarte) 13,9 x 8,9 cm, nicht gelaufen. / Giov[anni] ZANETTI, Venezia.

Am 14. Juli 1902 um 09.52 Uhr stürzte der Campanile die San Marco in Venedig unerwartet ein. Zuvor waren Eisenanker entfernt worden, die einem Lifteinbau im Wege standen. Der Turm wurde von 1903 bis 1912 wieder in der ursprünglichen Form aufgebaut. - Selbstverständlich gibt es keine Bilder vom Einsturz, es handelt sich also um eine Photomontage.

Photobibliothek.ch 16352


1903: 2,6 m langes Panorama von Tianjin

Panorama of TIENTSIN [China]. 2,6 m langes 360°-Panorama, Leporello aus 11 Aufnahmen. Rückseite: 12 Einzelaufnahmen. – Tientsin: o.V. handschriftlich dat. 1903. – Kl.8°quer. 11 Bl. Leporello mit 23 Gelatine-Silber-Prints 17 x 24 cm. Ln. mit Golddruck.

Tientsin (Tianjin) liegt 140 km südöstlich von Peking (Beijing) und ist heute mit 7 Millionen Einwohnern die drittgrösste Stadt Chinas. Das Panorama zeigt das aufstrebende «Städtchen» um die Jahrhundertwende: den Fluss «Hai», ein Park mit einem Pavillon und zahlreiche Baustellen. Die Einzelbilder auf der Rückseite des Leporellos zeigen Szenen aus dem Leben der Chinesen und der westlichen Kolonialherren: Leben am Fluss, Bau einer Notbrücke durch Militär, Reiterspiele, Vorhafen «Taku».

Photobibliothek.ch 2745

Einband

Das vollständige Panorama

Einzelbild auf der Rückseite des Leporellos


1906: Photogravüren von Nicola Perscheid

[Willhelm Conrad] Röntgen. Photogravüre der Photographischen Gesellschaft Berlin, Bildgrösse 27,2 x 23,2 cm, Plattengrösse 29,5 x 22,0 cm, Blattgrösse 45 x 33 cm, 1906. / Nicola PERSCHEID. – In der Platte beschriftet, Blindprägestepel der Photographischen Gesellschaft Berlin.

Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) entdeckte 1895 die Röntgenstrahlen, wofür er 1901 den Nobelpreis bekam.

Ref.: DuMont Foto 5, Spielmann, Die japanische Photographie, S. 43 (Abb. Variante). Die Blauen Bücher, Menschen der Zeit, S. 55 (Abb. Variante).

Photobibliothek.ch 10284

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[Walther] Nernst. Photogravüre der Photographischen Gesellschaft Berlin, Bildgrösse 23,0 x 15,0 cm, Plattengrösse 29,5 x 20,0 cm, Blattgrösse 46 x 32 cm, 1906. / Nicola PERSCHEID. – In der Platte beschriftet, Blindprägestepel der Photographischen Gesellschaft Berlin.

Photobibliothek.ch 10285


1908: Men of Mark

Mark Twain [21. Dezember 1908]. Photogravüre aus «Men of Mark, London, Duckworth & Co., 1913, Tafel XXII» 23,0 x 16,3 cm auf Halbkarton 30,8 x 22,9 cm. / Alwin Langdon COBURN. – Kartonvorderseite (gedruckt): "XXII" (Faksimile-Unterschrift): "Mark Twain".

Das Exemplar des George Eastman House wurde auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt.

Ref.: George Eastman House (Internet).

Photobibliothek.ch 12263


1908: Das Erdbeben von Messina

MESSINA, after the Earthquake of Dec. 28th, [19]08. 3 Stereokarten (Gelatine-Silber-Prints). / American Stereoscopic Company.

Ref.: Waldsmith S. 86-88.

Photobibliothek.ch 3599

Piazza Purgatoria, where three children were rescued alive 19 days
after the Earthquake

Where a whole family perished glimps in a private residence
the Messina Eartquake

A typical street view in ruined Messina after the Earthquake of Dec. 28th 08


1908: Ikone der Jugendbewegung

Lichtgebet - Auf der Klippe. 2 Gelatine-Silber-Prints 14,0 x 8,5 cm, o.J. [1908 oder später]. / FIDUS [d.i. Hugo Höppener]. Verlag des St. Georgs-Bundes, Woltersdorf.

Fidus' (1868-1948) berühmtestes Bild ist das 1908, entstandene «Lichtgebet». Es zeigt einen nackten Jüngling auf einem Berggipfel, der die Sonne anbetet. Dieses Bild wurde zur Ikone der Jugendbewegung.

Photobibliothek.ch 15874


1910: «The British Giant»

[John Frederick KEMPSTER, «The British Giant», um 1910.] Gelatine-Silber-Print 17,8 x 12,4 cm.

Der Engländer Frederick John Kempster (1889-1918) war 2.37 Meter gross. Er trat als «The British Giant» im Zirkus auf und war deshalb in ganz Grossbritannien bekannt. Auf der Photographie steht er vor einem Wagen des «Oriental Express London & Folkestone». Es handelt sich nicht um eine der üblichen gestellten Szenen mit möglichst kleinen Leuten als Staffage, sondern um ein Pressephoto mit mehr oder weniger zufällig anwesenden Personen (Bahnpersonal), die neugierig in die Kamera schauen.

Photobibliothek.ch 16332


1910: Radfahrer

Mann mit Fahrrad. CYANOTYPIE, 11,9 x 8,7 cm, Italien, o.J. [ca. 1910].

Provenienz: Mailand

Photobibliothek.ch 3537

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[RADFAHRER AUF DEM BODEN LIEGEND]. Ferrotypie 9,0 x 6,5 cm, o.J. [ca. 1910].

Seltene Ferrotypie in natürlicher Umgebung.

Photobibliothek.ch 11276


1910: Salzpapier-Porträts

[Vier Porträts eines jungen Mannes]. Vier Salzpapier-Prints 16,8 x 21,6 cm, 22,7 x 16,5 cm, 22,4 x 15,5 cm und 22,3 x 12,4 cm. / Rudolf DÜHRKOOP. – Alle vier Photos mit Prägestempel «Dührkoop 1910».

Vier seltene Salzpapier-Prints des berühmten Hamburger Photographen Rudolf Dührkoop (1848-1918). Ein hervorragendes Porträt zeigt den jungen Mann beim Lesen einer Zeitschrift. Drei weiter Porträts sind eher konventionell. Salzpapier-Prints wurden von 1890 bis 1910 vereinzelt wieder von Berufsphotographen verwendet.

Ref.: Reilly, Care and identification..., S. 72.

Photobibliothek.ch 8877


1910: «Akademien»

[140 «Akademien», ca. 1910] Album mit teilweise handkolorierten Gelatine-Silber-Prints 13 x 18 cm (10), 9 x 14 cm (120), 6 x 9 cm (3) und 4 x 6 cm (7). / CORONA, Paris. – Im Negativ bezeichnet. – 4°. [57] S. mit mont. Orig.-Photos, Pergamin-Zwischenlagen.

Seltene Sammlung von Aktphotographien aus der Jahrhundertwende. Wegen der Systematik und Vollständigkeit möglicherweise das Ansichtsalbum eines Vertreters der Firma «Corona».

Photobibliothek.ch 4174


1910: Orotone aus dem Umkreis von Edward Sheriff Curtis

Mt. Tacoma. OROTONE 35,0 x 27,5 cm, in Original-Jugendstilrahmen 39 x 31 cm, o.J. [ca. 1910]. – Messingschild auf Rahmen (graviert): "Mt. Tacoma".

Das Orotone-Verfahren wurde im Umkreis von Edward S. Curtis ausgeübt, der bis 1920 sein Atelier in Seattle betrieb. Ein Glaspositiv wird mit Goldstaub-Lack hinterlegt. «Der Effekt ist ein goldig-glänzendes, äusserst brillantes Bild, das vom leuchtenden Goldton bis zum tiefen Schwarz faszinierend glänzt und spiegelt...» (Schweizerische Stiftung für die Photographie, Indianer Nordamerikas, 1993, S. 29). Das Mass 35,0 x 27,5 cm entspricht exakt den Massen von Curtis' Orotones. - Der Mount Tacoma wird heute Mount Rainier genannt. Er steht im Mount-Rainier-Nationalpark im USA-Staat Washington und ist 4392 m hoch.

Ref.: White 1980/81 S. 38/39. Baldwin, Looking... 1991, S. 62.

Photobibliothek.ch 3278


1910: Panoramaaufnahmen von Wien

WIEN. 8 Panoramaaufnahmen in Lichtdruck 9 x 42 cm (Grösse von je 3 Anschtskarten, die zu einem Brief gefaltet werden können), o.J. [ca. 1910].

Noch keine Automobile, aber die elektrische Wiener Strassenbahn und auch das Riesenrad sind abgebildet (beide seit 1897). Auf einer Panoramakarte ist die Zahl «1910» aufgedruckt. In passendem Couvert vom K.K. Amt für Volksernährung in Wien VI/1, gelaufen vom Ministerialsekretär Richard Kraft an Sekundarlehrer Ulrich Schulthess in Fehraltorf ZH (Poststempel wahrscheinlich 1919).

Photobibliothek.ch 15555

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1911: Badefreuden

GROSSENSEE im August 1911 [drei Herren im Badekostüm]. Gelatine-Silber-Print 13,7 x 8,8 cm, ovaler Bildauschnitt 9,5 x 7,3 cm. – Rückseite (Bleistift): "Aufgenommen b/Grossensee" "Im August 1911".

Der Grossensee ist ein bekannter Badesee 10 km östlich von Hamburg (mit gleichnamigem Ort).

Photobibliothek.ch 15881


1912: Drei Panoramen von Rio de Janeiro

Rio de Janeiro. 3 Panoramaaufnahmen, je 22,5 x ca. 81 cm (aus je 3 Teilen zusammengeklebt), Gelatine-Silber-Prints, 1912. / HUBERTI & BAER. – Im Negativ signiert: 1mal «Huberti & Baer, Rio, 1912», 1mal «Huberti & Cia., Rio», 1mal unsigniert.

Photobibliothek.ch 206

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1912: Gummidruck

Aus ROTENBURG. Gummidruck, 27,8 x 20,0 cm in Passepartout 40 x 30 cm, Mai 1912. – Titel, Technik und Datierung mit Bleistift auf Passepartout.

Ausserordentlich seltenes Beispiel eines künstlerisch bemerkenswerten Gummidrucks.

Photobibliothek.ch 475


1913: Eine neue Art von Strahlen

[RÖNTGENAUFNAHME eines Fusses mit zwei ausgerenkten Zehen vom 15.11.1913.] Gelatine-Silber-Print, 16,5 x 12,0 cm.

Photobibliothek.ch 3579


1915: Autochrome

[ZWEI MÄDCHEN ; ZWEI FRAUEN]. 2 Autochrom-Platten 10,5 x 8,0 cm, o.J. [ca. 1915].

Photobibliothek.ch 3891

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[FRANKREICH]. 5 Stereo-Autochrom-Platten, 4,5 x 10,7 cm, o.J. [ca. 1920].

Photobibliothek.ch 199


1918: Schutz vor Fliegerangriffen

Schutz der Brunnen-Skulpturen in VERSAILLES vor Fliegerangriffen während des ersten Weltkrieges. Gelatine-Silber-Print 21,8 x 17,1 cm, Karton 30 x 24 cm, o.J. [ca. 1918].

Ref.: Unesco-Kurier Nr. 4/1988: Ähnliche Aufnahme von der Place de la Nation, Paris, 14. Mai 1918.

Photobibliothek.ch 205


1919: Explosion einer Dampflokomotive

Loco Boiler Explosion at KURLA, July 1919. Gelatine-Silber-Print (matt), 17,0 x 27,1 cm. – Beschriftung mit Bleistift auf Rückseite.

Photobibliothek.ch 633


1920: FKK

[FKK, 16 nackte Herren beim Baden]. 2 Gelatine-Silber-Prints 5,3 x 8,2 cm, mont. auf Kartons 8,3 x 10,8 cm, o.J. [ca. 1920].

Zwei sehr frühe FKK-Aufnahmen.

Provenienz: Ribaux, St. Gallen.

Photobibliothek.ch 10927


1920: Schwindelfreie Dachdecker

[DACHDECKER AUF KIRCHTURM.] Gelatine-Silber-Print 13,9 x 8,4 cm, o.J. [um 1920].

Der Dachdeckermeister lehnt an einen Aufzug, der gleichzeitig Werkzeugkiste ist, zwei Dachdeckergesellen stehen auf einem sehr einfachen Gerüst mit Leiter, und der Dachdeckerlehrling ist auf die Wetterfahne geklettert. Die Aufnahme wurde wohl vom zweiten Kirchturm aus aufgenommen.

Photobibliothek.ch 16350


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