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Kunisada, Sayo no Nakayama, 1863

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Japanische Farbholzschnitte

Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Europa eine richtige Modebewegung um die japanische Kunst, der sogenannte «Japonismus». Auch Vincent van Gogh sammelte japanische Farbholzschnitte (Ukiyo-e), die man damals bei Japanhändlern billig kaufen konnte. Einige davon kopierte er sogar als Ölgemälde. Vor allem zwei Ukiyo-e-Künstler waren in Europa begehrt:

Katsushika Hokusai (1760-1849). Seine bekanntesten Ukiyo-e-Serien sind:
– 36 Ansichten des Berges Fuji (1831-1834)
– 100 Ansichten des Berges Fuji (1833/1834)
– Manga (1. Band 1814, 15. Band 1878)

Ando Hiroshige (1797-1858). Er ist vor allem bekannt für die Ukiyo-e-Serie «53 Stationen des Tokaido». Der Tokaido ist die Küstenstrasse, die Edo (heute Tokyo) mit Kyoto verbindet. Die 53 Stationen sind je etwa 10 Kilometer voneinander entfernt. Es gibt verschiedene Ausgaben mit unterschiedlichen Motiven:
– Hoeido-Ausgabe (Querformat, 1831-1834)
– Chuban-Ausgabe (kleineres Querformat, um 1850)
– Tate-e-Ausgabe (Hochformat, 1855)


1683: Moronobu – Begründer des Ukiyo-e

Hyakunin Isshu - Hundert Gedichte von hundert Dichtern, 1683. Japanische Holzschnitte, Bildgrösse ca. 19 x 14 cm. / Hishikawa MORONOBU.

Moronobu (1618-1694) gilt als der Begründer des Ukiyo-e. Von ihm sind etwa 150 Holzschnitt-Bücher erhalten. Darunter die «Bibel» der Dichtkunst «Hyakunin isshu zosansho», die 1683 erschien. Diese populäre Gedichtsammlung versammelte 100 Waka-Gedichte der 100 berühmtesten Dichter und Dichterinnen. Die Buchseiten enthalten im oberen Drittel das Gedicht und im unteren Teil die Illustration dazu im yamato-e-Stil, hier je ein Liebespaar.

Ref.: Schwan, Handbuch japanischer Holzschnitt, S. 571. – Provenienz: JM&H 11.5566.

Photobibliothek.ch 3718


1740: Morikuni – ein weiterer Pionier des Ukiyo-e

Kormoranfischen. Japanischer Holzschnitt, Bildgrösse 20,8 x 16,2, Blattgrösse 25,5 x 16,9 cm, o.J. [ca. 1740]. / Tachibana MORIKUNI.

Tachibana Morikuni (1670-1748) war, wie Moronobu, ein Buchillustrator. Chamberlain bezeichnet Morikuni als einen der «Führer in der Entwicklung des japanischen Holzschnitts».

Ref.: Kurth, Der japanische Holzschnitt, 3. Aufl. 1922, S. 26. Chamberlain, ABC der japanischen Kultur, S, 308. – Provenienz: JM&H 11.5565.

Photobibliothek.ch 3717

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Tiger am Wasserfall. Japanischer Holzschnitt, Bildgrösse 20,2 x 16,1 cm, Blattgrösse 25,5 x 16,8 cm, o.J. [ca. 1740]. / Tachibana MORIKUNI.

Photobibliothek.ch 3716


1770: Harunobu – wichtigster Begründer des Mehrfarbendruckes

Two beauties in clear sky after snow. Japanischer Farbholzschnitt, Oban tate-e, 37,2 x 24,8 cm, auf gleich grossen Halbkarton aufgezogen, o.J. [ca. 1770]. / Suzuki HARUNOBU. – Signatur: "Harunobu ga". Rückseite des Rahmen-Kartons (mit Tinte): "Two beauties in clear sky after snow by Harunobu Suzuki" (Stempel): "Rahmenfabr. Krennig [?], Selnaustr. 48, Zürich".

Eine Kaburo (= Dienerin einer Kurtisane) zeigt ihrer Oiran (= Kurtisane) einen kleinen aus Schnee gemachten Hasen auf einem Tablett. – Suzuki Harunobu war einer der ersten, der den Schritt vom schwarz-weiss Druck zum Mehrfarbendruck vollzog und den Farbholzschnitt damit populär machte. Zusätzlich zu den Farben führte er auch den Blinddruck ein (auf dem vorliegenden Druck zur Darstellung der Oberfläche des Schnees und der Muster im Kimono).

Ref.: Boller, Meister des japanischen Farbholzschnitts, neben S. 34 (ähnlicher Farbholzschnitt). – Provenienz: Flohmarkt Bürkliplatz in Rahmen ca. 1925.

Photobibliothek.ch 11279


1794: Sharaku – der geheimnisvollste Künstler des japanischen Farbholzschnittes

Grosse Brustbilder auf dunklem Glimmergrund, Ichikawa Ebizo IV (Danjuro V) in der Rolle des Takemura Sadanoshin in «Koi Nyobo Somewake Tazuna» im Kabukitheater Kawarazakiza, Mai 1794. Japanischer Farbholzschnitt, Oban tate-e, Blattgrösse = Bildgrösse = 37,4 x 25,0 cm. / Toshusai SHARAKU. – Signatur: Toshusai Sharaku ga. Verleger: Tsutaya Juzaburo. Zensor: Kiwame-in ohne Zusatz 1791-1804.

Die Identität von Toshusai Sharaku ist unbekannt. Gesichert ist nur, dass er 1794/1795 mit seinen Schauspielerporträts Aufsehen erregte und danach wieder von der Bildfläche verschwand. Etwa 150 Sharaku-Drucke sind heute bekannt, neben einer Sumo-Serie ausschliesslich Schauspielerporträts. «Grosse Brustbilder auf dunklem Glimmergrund» ist sicher die bekannteste Serie von Sharaku. - Danjuro V (1741-1806), der sich ab 1791 Ebizo VI nannte, war ein Mitglied der berühmten Schauspielerdynastie Ichikawa. Schwan [2] bezeichnet ihn als den «ersten Multimedia-Star». Danjuro V sorgte für ausverkaufte Kabuki-Theater, verfasste Gedichte und lieferte Stoff für Bücher über seine zahlreichen Skandale. - Tsutaya Juzaburo (1750-1797) war der bedeutendste Verleger seiner Zeit und Freund des Kabuki-Stars Danjuro V. Wegen Missachtung der Zensurbestimmungen konfiszierten die Behörden die Hälfte seines Besitzes. Danach beschränkte er sich auf Einzelblattdrucke (Sharaku, Utamaro...). Die Einführung des «Luxusgesetzes» bedeutete einen weiteren Schlag. Er starb 1797 mit 48 Jahren. - Wie alt (und wie wertvoll damit) der vorliegende Druck ist, könnte nur eine Expertise ergeben. Der ausserordentlich empfindliche dunkle Glimmergrund aus Bleiglanz ist teilweise abgebröckelt, wie dies bei allen in Büchern abgebildeten Drucken dieser Serie der Fall ist. Der vorliegende Druck entspricht exakt der Beschreibung in [3] und wird dort als «besonders gesucht» bezeichnet (S. 1).

Ref.: [1] Kurth, Sharaku, 2. Aufl. 1922, S. 73-88, S. 173 (Abb.). [2] Schwan, Handbuch japanischer Holzschnitt, S. 182-184 (Verleger), S. 217 (Zensor), S. 446-448 (Schauspielerdynastie Ichikawa). [3] Rumpf, Sharaku, 2. Aufl., 1932, Katalog-Nummer 16. – Provenienz: JG&H 26.0168. – Zustand: Glimmergrund teilw. abgebröckelt, Klebstreifenspuren in den Ecken

Photobibliothek.ch 11916


1814: Erste gezeichnete Bewegungsabläufe

Manga. Bände 1-4, 6-11 und 13-15. / Katsushika HOKUSAI. Bd. 15 = 44./45. Jahr Meiji [1911/1912]. – 8°. Japanische Blockbücher im japanischen Original-Schuber.

Bereits etwa 50 Jahre vor Eadweard Muybridge zeichnete Katsushika Hokusai (1760-1849) Bewegungsabläufe. Diese Zeichnungen nannte er «Manga», was etwa «flüchtige Skizzen» bedeutet. In der Sonntagsbeilage einer japanischen Zeitung wurde dann 1899 erstmals das Wort «Manga» für einen Comic-Strip verwendet. In Japan machen heute Mangas mit einer Auflage von über zwei Milliarden pro Jahr ein Drittel alles Gedruckten aus. Die daraus entstandenen Trickfilme heissen «Anime». - Die Erstausgaben der Mangas von Hokusai erschienen zwischen 1814 (Band 1) und 1878 (Band 15), die letzten beiden Bände erschienen erst nach seinem Tode.

Ref.: Hillier, Hokusai, 1956, S. 49-55. Boller, Hokusai, 1955, S. 11/12, Abb. 52-57. Berndt, Pänomen Manga, 1995, S. 18. – Zustand: Bde. 5 und 12 fehlen

Photobibliothek.ch 12271

 

>>> Film: Gedrucktes bis 1894


1830: Kuniyoshi – Kabuki-Schauspieler

Kabuki. Japanischer Farbholzschnitt, Oban tate-e, 36,5 x 25,4 cm, gedruckt um 1830. / Utagawa KUNIYOSHI. – Signatur: Ichiyusai Kuniyoshi ga. Verleger: Unbekanntes Siegel. Zensor: Kiwame-in ohne Zusatz 1815-1842.

Das Werk von Utagawa Kuniyoshi (1798-1861) ist vor allem dem Kabuki-Theater gewidmet. Berühmt ist er für seine Heldendarstellungen, die von beeindruckender Dynamik sind. Für diese Meisterschaft hatte er bereits die Anerkennung seiner Zeitgenossen gefunden.

Ref.: Schwan, Handbuch japanischer Holzschnitt, S. 217. – Provenienz: Matsushita Associated Inc., Tokyo.

Photobibliothek.ch 11281


1832: Hiroshige – Gedichte mit Vögeln und Blumen

Gedichte mit Vögel und Blumen, Chu-Tanzaku-Ausgabe 1832-1834, Vogel auf Blütenzweig. Japanischer Farbholzschnitt, Chu-Tanzaku, Blattgrösse = Bildgrösse = 33,7 x 11,0 cm, auf Karton 38 x 19 cm fachgerecht montiert. / Ando HIROSHIGE. – Signatur: Hiroshige hitsu. Verleger: Ohne. Zensor: Ohne. Auf dem Karton unter dem Druck ein Zertifikat von S. M. Shiba, Miyanoshita, dass echter Hiroshige.

Strange [1] führt eine O-Tanzaku-Ausgabe (max. 39 x 18 cm) und eine Chu-Tanzaku-Ausgabe (max. 39 x 13 cm) auf: «Birds and Flowers. Issued about the years 1832-1834. On each is an ancient poem.»

Ref.: [1] Catalogue Edward F. Strange (Internet). [2] Lane, Japanischer Holzschnitt, S. 275, Abb. 134 (ähnliches Bild). – Provenienz: JG&H 26.0160 (Konvolut).

Photobibliothek.ch 11914


1834: Hokusai – Hundert Ansichten des Berges Fuji

Fugaku hyaku kei - Hundert Ansichten des Berges Fuji, 1834, Sono ni - Das Erscheinen des Hoeizan Teil II [Bd. I, Ansicht 8]. Japanischer Farbholzschnitt, Doppelblatt, Bildgrösse je 18,1 x 12,6 cm, Blattgrösse je 23 x 16 cm. / Katsushika HOKUSAI. – Druck aus der Erstausgabe von 1834.

Im Vordergrund lachen eine Frau und fünf Männer über den riesigen Kropf eines weiteren Mannes. Im Hintergrund der «Kropf» des Berges Fuji in Form des Kraters Hoeizan, der sich beim Vulkanausbruch von 1707 gebildet hatte (Hoei-Periode). Hokusai zeichnete den Schönheitsfehler des Fuji nur dieses eine Mal.

Ref.: Hokusai, Hundert Ansichten des Berges Fuji, 1988, S. 176 u. 197. – Provenienz: JM&H 9.5070. – Zustand: Rechter Holzschnitt am linken Plattenrand gefaltet

Photobibliothek.ch 2761

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Fugaku hyaku kei - Hundert Ansichten des Berges Fuji, 1834, Shinsetsu no Fuji - Der Berg Fuji im tiefen Schnee [Bd. III, Ansicht 64]. Japanischer Farbholzschnitt, Doppelblatt, Bildgrösse je 18,1 x 12,6 cm, Blattgrösse je 23 x 13...14 cm. / Katsushika HOKUSAI. – Druck aus einer frühen Ausgabe um 1847.

Eine Gruppe von 15 Reisenden mit 2 Pferden bahnt sich im wilden Schneetreiben den Weg durch den tiefen Schnee. Eine der wirkungsvollsten Ansichten, deren Wirkung hauptsächlich auf den Grau-Tönen beruht.

Ref.: Hokusai, Hundert Ansichten des Berges Fuji, 1988, S. 72 u. 213. – Provenienz: JM&H 9.5070. – Zustand: Linker Holzschnitt am rechten Plattenrand beschnitten

Photobibliothek.ch 2763

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Fugaku hyaku kei - Hundert Ansichten des Berges Fuji, 1834, Yashu enkei no Fuji - Der Berg Fuji in der Ferne von der Provinz Shimotsuke aus [Bd. III, Ansicht 63]. Japanischer Farbholzschnitt, Doppelblatt, Bildgrösse je 18,1 x 12,6 cm, Blattgrösse je 23 x 13...14 cm. / Katsushika HOKUSAI. – Druck aus einer frühen Ausgabe um 1847.

Sieben Leute überqueren eine Art Brücke, welche aus einer schneebedeckten Kiefer gebildet wird. Am höchsten Punkt steht ein kleiner Schrein, und durch den Brückenbogen sieht man den Fuji aus grosser Entfernung. Diese Kiefer wird in der Chronik von Nikko erwähnt und soll nördlich des heiligen Berges Nantai (bei Nikko) ganze Täler überquert haben. Die Distanz zwischen Fuji und Nantei beträgt etwa 100 Meilen.

Ref.: Hokusai, Hundert Ansichten des Berges Fuji, 1988, S. 74 u. 212. – Provenienz: JM&H 9.5070. – Zustand: Linker Holzschnitt am rechten Plattenrand beschnitten

Photobibliothek.ch 2762

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Fugaku hyaku kei - Hundert Ansichten des Berges Fuji, 1834, Raicho no Fuji - Der Berg Fuji und die ausländische Gesandschaft [Bd. III, Ansicht 68]. Japanischer Farbholzschnitt, Doppelblatt, Bildgrösse je 18,1 x 12,6 cm, Blattgrösse je 23 x 13...14 cm. / Katsushika HOKUSAI. – Druck aus einer frühen Ausgabe um 1847.

Der Festzug einer koreanischen Gesandschaft zieht am Fuji vorbei. Die wahrscheinlich rituelle Bedeutung des Schildes und der beiden Sandberge in der rechten unteren Bildecke sind ungeklärt. Die identische Inschrift der beiden Banner lautet: «zum (japanischen) Hof kommend».

Ref.: Hokusai, Hundert Ansichten des Berges Fuji, 1988, S. 66 u. 215. – Provenienz: JM&H 9.5070. – Zustand: Linker Holzschnitt am rechten Plattenrand beschnitten

Photobibliothek.ch 2764


1842: Hiroshige – Berühmte Orte in Osaka

Naniwa meisho zue - Bilder berühmter Orte in Osaka, 1834, Tenjin-Schrein. Japanischer Farbholzschnitt, Oban yoko-e, Bildgrösse 22,6 x 34,7 cm, Blattgrösse 23,9 x 35,7 cm. / Ando HIROSHIGE. – Signatur: Hiroshige ga. Zensor: Kiwame. Verlag: Eisen-do.

Frauen und Männer feiern auf eine grossen Tuch das Kirschblütenfest. Rundherum Wolken und daraus herausragend blühende Baumwipfel. - Naniwa ist der alte, für die Stadt und Region Osaka gebräuchliche Name.

Provenienz: Jeschke, Greve und Hauff 22.4055. – Zustand: 2 Wurmgänge je ca. 1 cm

Photobibliothek.ch 11529


1845: Kuniyoshi – Frau im blauen Kimono

Frau im blauen Kimono mit dunkelblauer Haube und Schirm. Japanischer Farbholzschnitt, Sho-Tanzaku, Blattgrösse = Bildgrösse = 31,2 x 11,2 cm, auf Karton 36 x 17 cm fachgerecht montiert, um 1845. / Utagawa KUNIYOSHI. – Signatur: Ichiyusai Kuniyoshi ga. Verleger: Unbekanntes Siegel. Zensor: Nanushi-in "Hama" 1843-1847. Rückseite: "1927 in Leipzig gekauft, Karl-Str. 183 mitgenommen, japanische Witwentracht".

Die abgebildete Art einer Haube «sode-zukin» wurde von jungen Frauen beim Ausgehen getragen. Die auf der Rückseite erwähnte «japanische Witwentracht» trifft kaum zu.

Ref.: Schwan, Handbuch japanischer Holzschnitt, S. 216 (Zensor), S. 738 (Haube). – Provenienz: JG&H 26.0160 (Konvolut).

Photobibliothek.ch 11915


1848: Hiroshige – Holzschnittbuch

[Japanische Landschafts-Farbholzschnitte.] / Ando HIROSHIGE. – Signatur: Hiroshige fude. Verleger: Unbekanntes Siegel. Zensor: Nanushi-in "Fuku" + "Muramatsu" 1848-1853. – Kl.8°. [10] Bl. mit 9 japanischen Farbholzschnitten (davon 6 Doppelseiten). Japanisches Blockbuch.

Gemäss Watanabe-Katalog hat Ando Hiroshige (1797-1858), neben den unzähligen Einzelblättern, auch 29 illustrierte Bücher (davon viele mehrbändig) und einige Skizzenbücher herausgebracht. - Die Zuordnung des vorliegenden Buchs ist bisher nicht gelungen.

Ref.: Watanabe, Catalogue of the Memorial Exhibition (Internet).

Photobibliothek.ch 3134


1850: Hiroshige – 53 Stationen des Tokaido in der Chuban-Ausgabe

Tokaido, gojusan tsugi - Tokaido, dreiundfünfzig Stationen, 14. Blatt, Chuban-Ausgabe ca. 1850, Hara [13. Station]. Japanischer Farbholzschnitt, Blattgrösse 18,0 x 23,6 cm, Bildgrösse 16,7 x 22,8 cm, auf Karton 22 x 28 cm fachgerecht montiert / Ando HIROSHIGE. – Signatur: Hiroshige ga. Verleger: Tsutaya Kichizo. Zensor: Nanushi-in "Mera" + "Murata" 1848-1853.

Von Hara aus hatte man die vollständigste Aussicht auf den Fuji. Auf der rechten Flanke wird der Fuji aus dieser Sicht durch den Buckel des Hoeizan-Kraters «verunstaltet» (auf der Hoeido-Ausgabe sichtbar). Auf der vorliegenden Tate-e-Ausgabe wird dieser «Makel» dezent durch eine kleine Wolke verhüllt.

Ref.: Schwan, Handbuch japanischer Holzschnitt, S. 200 (Verleger). Catalogue Edward F. Strange (Internet). – Provenienz: JG&H 26.0159 (Konvolut).

Photobibliothek.ch 11919

13. Station: Hara

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Tokaido, gojusan tsugi - Tokaido, dreiundfünfzig Stationen, 26. Blatt, Chuban-Ausgabe ca. 1850, Kakegawa [26. Station]. Japanischer Farbholzschnitt, Blattgrösse 17,2 x 23,2 cm, Bildgrösse 16,5 x 22,4 cm, auf Karton 21 x 27 cm fachgerecht montiert / Ando HIROSHIGE. – Signatur: Hiroshige ga. Verleger: Tsutaya Kichizo. Zensor: Nanushi-in "Mera" + "Murata" 1848-1853.

Weil sich die Stationen 24/25 Shimada/Kanaya auf einem Blatt befinden, stimmen danach Blattnummer und Stationsnummer überein!

Ref.: Schwan, Handbuch japanischer Holzschnitt, S. 200 (Verleger). Catalogue Edward F. Strange (Internet). – Provenienz: JG&H 26.0159 (Konvolut).

Photobibliothek.ch 11920

26. Station: Kakegawa


1855: Hiroshige – 53 Stationen in der Tate-e-Ausgabe

Gojusan tsugi meisho zue - Bilder der berühmten Orte der dreiundfünfzig Stationen [des Tokaido], 7. Blatt, Tate-e-Ausgabe 1855, Fujisawa [6. Station]. Japanischer Farbholzschnitt, Blattgrösse 36,6 x 25,5 cm, Bildgrösse 34,4 x 22,7 cm. / Ando HIROSHIGE. – Signatur: Hiroshige fude. Verleger: Tsutaya Kichizo. Zensor: Aratame-in. Datum: Jahr des Hasen, 7. Monat [August 1855].

Fujisawa liegt bei der berühmten Insel Enoshima (diese ist auf der Hoeido-Ausgabe abgebildet). Hier ist das Hauptmotiv der Fuji mit besonders schönen Allee-Bäumen, die beiden im Vordergrund sind ineinander verschlungen. Solche Baum-Alleen, sogenannte «Namiki», sind typisch für den Tokaido und auch auf anderen Holzschnitten abgebildet.

Ref.: Hiroshige, Tokaido-Landschaften, 1958 (Tate-e-Ausg.). Schwan, Handbuch japanischer Holzschnitt, S. 200 (Verleger). – Provenienz: JG&H 26.0160 (Konvolut). – Zustand: Gelb und Rot verblasst

Photobibliothek.ch 11917

6. Station: Fujisawa

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Gojusan tsugi meisho zue - Bilder der berühmten Orte der dreiundfünfzig Stationen [des Tokaido], 32. Blatt, Tate-e-Ausgabe 1855, Arai [31. Station]. Japanischer Farbholzschnitt, Blattgrösse 37,0 x 23,8 cm, Bildgrösse 34,1 x 22,6 cm. / Ando HIROSHIGE. – Signatur: Hiroshige fude. Verleger: Tsutaya Kichizo. Zensor: Aratame-in. Datum: Jahr des Hasen, 7. Monat [August 1855].

Von Maisaka (am gegenüberliegenden Ufer) kommend erreichte man Arai mit dem Schiff. Die Barriere von Arai war eine Zollstation, ähnlich derjenigen in Hakone, bei der die Reisenden besonders genau kontrolliert wurden.

Ref.: Hiroshige, Tokaido-Landschaften, 1958 (Tate-e-Ausg.). Schwan, Handbuch japanischer Holzschnitt, S. 200 (Verleger). – Provenienz: JG&H 26.0162. – Zustand: Geglättete Mittelfalte

Photobibliothek.ch 11918

Die Schiffe fahren von Maisaka (30. Station, oben) hinüber nach
Arai (31. Station, unten)

Die Schranke von Arai im Jahre 2003 (im Holzschnitt links unten)


1857: Hiroshige – Berühmte Ansichten von Edo

Berühmte Ansichten von Edo mit lustigen Strassenszenen. Japanischer Farbholzschnitt, Oban yoko-e, Bildgrösse 33,5 x 22,0 cm, Blattgrösse 34,8 x 22,5 cm, o.J. [ca. 1857]. / Ando HIROSHIGE. – Signatur: Hiroshige ga.

Ein Vogel hat einen Sack Kekse geklaut. Der Sack hat sich geöffnet und die Kekse fallen vom Himmel. Zwei Männer versuchen sie mit mit dem Mund aufzufangen, währen die Umstehenden belustigt zusehen.

Provenienz: Jeschke, Greve und Hauff 22.4056. – Zustand: Blatt kaschiert, Mittelbruch berieben

Photobibliothek.ch 11530


1860: Hiroshige II – 36 Ansichten des Berges Fuji

Fugoku sanju-roku kei - 36 Ansichten des Berges Fuji, Fest des Drachensteigens. Japanischer Farbholzschnitt, Bildgrösse 33,5 x 21,8 cm, Blattgrösse 34,0 x 22,2 cm (Oban tate-e), o.J. [ca. 1860]. / HIROSHIGE II. – Signatur: Rissho fude [= Hiroshige II = Shigenobu].

Zwei Männer gehen über eine Brücke. Im Hintergrund der Fuji. Drachen am Himmel wiederholen mit ihren Schnüren und Verzierungen die Konturen des Fuji. - Hiroshige II (1826-1869) war der Schüler Ando Hiroshige's (auch «Rissho» oder «Shigenobu» genannt). Er wurde als erster asiatischer Künstler an der Pariser Weltausstellung 1867 ausgestellt.

Ref.: Boller, Meister des japanischen Farbholzschnittes, 1947, S. 167-173. – Provenienz: Jeschke, Greve und Hauff 22.4058.

Photobibliothek.ch 11531


1863: Kunisada – Nakayama

Tokaido, Sayo no Nakayama. [Bei Hiroshige: Nissaka, 25. Station, 26. Blatt.] Japanischer Farbholzschnitt, Oban yoko-e, Blattgrösse 36,6 x 25,4 cm, Bildgrösse 33,0 x 22,6 cm, gedruckt 1863. / Utagawa KUNISADA. – Signatur: Kunisada ga.

Neben Hiroshige schuf auch Kunisada eine Tokaido-Serie. - Das Bild zeigt den Zug eines Daimyos, der zum stehen gekommem ist. Alle Blicke sind auf einen Mann gerichtet, der an einem auf der Strasse liegenden Stein lauscht. - Ein schwangere Frau, die ihr Leben lang Kannon verehrt hatte, war auf dem Nakayama-Pass unterwegs nach Kanaya. Dort wurde sie von einem Räuber überfallen und umgebracht. Kannon liess einen Stein um Hilfe  schreien. Ein Priester, der des Weges kam, hörte das Weinen des Steines und konnte wenigstens das Kind retten. Das Kind wuchs in der Nähe bei einer Pflegemutter auf und konnte später den Tod seiner Mutter rächen. Der «Yonaki-ishi» (= Stein, der in der Nacht weint) wurde zu einem der berühmtesten Sehenswürdigkeiten des Tokaido. Heute werden in der Nähe des Tatortes zwei Yonaki-ishi verehrt. Welches der echte ist, weiss niemand.

Provenienz: Matsushita Associated Inc., Tokyo.

Photobibliothek.ch 11284

25. Station: Nissaka,
unendlich steil scheint der Nakayama-Pass ...

... doch in Wirklichkeit ist der Pass wesentlich weniger dramatisch; rechts die Stelle, wo einst der berühmte Yonaki-ishi lag, von dem heute zwei Exemplare verehrt werden

Der Yonaki-ishi Nummer 1 in einem Tempel auf der Passhöhe ...

... und Yonaki-ishi Nummer 2 in einem anderen Tempel einige Kilometer
davon entfernt (Photos von 2003)


1929: Jippenscha Ikku – Hizakurige; enthaltend: Hiroshige – 53 Stationen des Tokaido in der Hoeido-Ausgabe 1831-1834

Hizakurigé (Tokaido Circuit). / Jippensha IKKU. – Published by subscription, No. 141. – Kobe: Chronical Press 1929. – 4°. xii, [4], 411, [1] S. mit Textholzstichen, [10] Bl. Original-Farbholzschnitte. Ln.

Ungekürzte englische Übersetzung des 1802 erstmals erschienenen «Tokaido-chu Hizakurige» (deutsch: «Auf Schusters Rappen auf dem Tokaido») von Jippensha Ikku (1765-1831). Es sind dies die Abenteuer der beiden Edo-Kleinbürger Yajirobei (Yaji) und Kitahachi (Kita). - Die Textholzstiche basieren auf den Original-Illustrationen, die teilweise auf Ikku zurückgehen. Die 10 Original-Farbholzschnitte stammen aus der Serie «53 Stationen des Tokaido» von Ando Hiroshige (1797-1858). Im einzelnen sind es die Blatt-Nummern: 1. Nihon-bashi (Beginn des Tokaido in Tokyo); 6. Totsuka (5. Station); 11. Hakone (10. Station); 17. Yui (16. Station); 22. Okabe (21. Station); 23. Fujieda (22. Station); 25. Kanaya (24. Station); 32. Arai (31. Station); 41. Narumi (40. Station); 55. Sanjo-ohashi (Ende des Tokaido in Kyoto).

Ref.: Ando Hiroshige, Tokaido Landschaften, 1958, S. 13.

Photobibliothek.ch 11527

 

Frontispiz: Nihon-bashi, der Beginn des Tokaido in Tokyo

Yaji und Kita reisen aus Edo (heute Tokyo) über den Tokaido nach Kyoto

Wer durch das Loch der Säule im Todaiji-Tempel in Nara kommt, erlangt ewige Glückseeligkeit; doch Yaji bleibt stecken und kann nur mit äusserster Mühe durch Kita und andere Pilger aus der misslichen Lage befreit werden

 

Das Loch in der Säule im Jahre 2003, auch für dünne Japaner eine Tortur

5. Station: Totsuka

10. Station: Hakone

16. Station: Yui, Satta Pass

Yui im Jahre 2003, im Hintergrund, teilweise von Wolken verhangen,
der auf dem Holzschnitt dargestellte Satta-Pass

Yaji und Kita vor einem Restaurant in Yui

21. Station: Okabe

22. Station: Fujieda

24. Station: Kanaya

31. Station: Arai

Blick von Maisaka (30. Station) nach Arai (31. Station) im Jahre 2003

40. Station: Narumi

Das Ende des Tokaido in Kyoto: Sanjo-ohashi

 

Yaji und Kita bei der Sansho-ohashi von Passanten erhalten sie immer wieder eine Zigarette in den Mund gesteckt

Die Steinsäule links neben dem letzten Pfosten der Sanjo-ohashi symbolisiert das Ende des Tokaido

Abend am Sumidagawa; im Hintergrund: Sansho-ohashi
(Photos 2003)


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