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Farbraster: Hoch-, Tief- und Flachdruck  

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Lexikon der Illustrationsverfahren

Seit Erfindung des Buchdrucks wurden grundsätzlich vier Illustrationsverfahren angewandt: die Hochdruckverfahren Holzschnitt und Holzstich, die Tiefdruckverfahren Kupferstich und Radierung, das Flachdruckverfahren Lithographie sowie das Durchdruckverfahren Siebdruck. Mit der Erfindung der Photographie kamen unzählige photographische Verfahren hinzu. Einerseits die Direkt-Positiv-Verfahren Daguerreotypie, Ambrotypie, Ferrotypie und Pannotypie, die allesamt Unikate sind; andererseits die Negativ-Positiv-Verfahren, wie Salzpapier, Cyanotypie, Albuminpapier usw. Als Illustrationsverfahren wurden zunächst direkt Salzpapier- oder Albuminpapierabzüge in die Bücher geklebt. Erst ab etwa 1870 kamen leistungsfähige photographische Druckverfahren auf den Markt: zuerst das Tiefdruckverfahren Photogravüre, dann das Flachdruckverfahren Lichtdruck und erst zuletzt das Hochdruckverfahren Autotypie.

Das Lexikon der Illustrationsverfahren ist grundsätzlich alphabetisch geordnet. Hier kann direkt zum Anfangsbuchstaben der Lexikoneinträge gesprungen werden:

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In der nachfolgenden Systematik der Illustrationsverfahren kann systematisch gesucht und dann direkt zu den einzelnen Verfahren gesprungen werden.


Direktpositiv-Unikatverfahren

In der Kamera wird direkt ein Positiv erzeugt, somit ist jede Aufnahme ein Unikat.

>>> Heliographie, héliographie (f), heliography (e)

>>> Physautotypie, physautotype (e)

>>> Daguerreotypie, daguerréotypie (f), daguerreotype (e)

>>> Ambrotypie, Amphitypie, ambrotype (e), amphitype (e)

>>> Pannotypie, pannotype (e)

>>> Ferrotypie, tintype (e), ferrotype (e)


Einstaubverfahren

Um Photographien auf Porzellan und Steingut zu übertragen, wird eine photographische Schicht auf den Keramikuntergrund aufgebracht, bei der die Schatten nach der Belichtung klebrig bleiben und so mit Keramikfarbe eingestaubt und dann gebrannt werden können. Diese Photographien sind ausserordentlich wetterfest und stabil gegenüber Lichteinwirkung (Porträtphotos auf Grabsteinen).

>>> Photokeramik


Auskopierverfahren

Das Photopapier wird so lange im Kopierrahmen an der Sonne belichtet, bis das Bild deutlich erkennbar ist, dann muss das Bild nur noch fixiert werden. Zwei Bäder: Fixierbad und Wässerung (Platindruck und Cyanotypie etwas abweichend).

>>> Salzpapier

  • Photogenische Zeichnung, photogenic drawing (e)
  • Kalotypie, Talbotypie, Salzpapierabzug ab Papiernegativ, calotype (e)
  • Salzpapierabzug ab Kollodiumnegativ, salt print from collodion negative (e)

>>> Albuminpapier, Albumin-Silber-Print, albumen print (e), albumen silver print (e)

>>> Celloidinpapier, Celloidin-Silber-Print, collodion printing-out paper (e)

>>> Aristopapier, gelatin printing-out paper (e)

>>> Platindruck, Platinotypie, platinum print (e)

>>> Cyanotypie, Blaupause, Blaudruck, cyanotype (e), blueprint (e)


Entwicklungsverfahren

Das Photopapier wird nur kurz im Kopierrahmen bei Kunstlicht (damals Gaslicht) oder im Vergrösserungsapparat belichtet, dann wird das latente Bild im Dunkeln entwickelt und zum Schluss fixiert. Entwicklungsverfahren sind im Vergleich zu den Auskopierverfahren wesentlich schneller, aber auch komplizierter. Vier Bäder: Entwickler, Unterbrechungsbad, Fixierbad und Wässerung.

>>> Mattalbuminpapier, Alboidin

>>> Gaslichtpapier, Kunstlichtpapier, Kontaktpapier

>>> Bromsilberpapier, Vergrösserungspapier

>>> PE-Photopapier, PE-Vergrösserungspapier

>>> Textilpapier, Gevalux

>>> Negativpapier (als Zwischennegativ für Edeldrucke)

>>> Orotone (Bromsilber-Glasdiapositiv mit Goldstaublack hinterlegt)


Farbphotographie

Die Farbphotographie war seit der Erfindung der Photographie im Jahre 1839 ein Wunschtraum. Das erste brauchbare Verfahren auf Glas «Autochrome» kam 1907 auf den Markt, Farbpapiere gab es erst ab 1941 (Agfa) und 1942 (Kodak).

>>> Autochrome (Farbrasterplatte), Filmcolor (Farbrasterfilm)

>>> Farbdiapositiv (Agfachrome, Kodachrome, Ektachrome)

>>> Baryt-Farbphotopapier, chromogenes (farbstoffbildendes) Farbphotopapier

>>> PE-Farbphotopapier

>>> Cibachrome, chromolytisches (farbstoffzerstörendes) Farbpapier

>>> Kodak Ektaflex PTC

>>> Digitalphotographien (Ausbelichtung einer Datei auf PE-Farbphotopapier)


Sofortbildphotographie

Das Sofortbildverfahren «Polaroid» wurde 1947 durch Edwin H. Land erfunden. Das 1976 eingeführte Kodak-Sofortbildverfahren musste wegen Patentverletzungen zurückgezogen werden. 2008 hat Polaroid ein Insolvenzverfahren beantragt. Die Firma Impossible übernahm darauf die ehemalige Polaroid-Filmfabrik in Enschede (Niederlande), um weiterhin Filmmaterialien für Polaroidkameras zu produzieren. Da eine Reihe von notwendigen Vorprodukten nicht mehr lieferbar waren, mussten die Filme neu entwickelt werden.

>>> Sofortbildphotographie

  • Polaroid-Trennblattverfahren
  • Polaroid-Monoblattverfahren
  • Kodak-Sofortbildverfahren
  • Impossible-Polaroidfilme

Photokopierverfahren

Der Steinabklatsch ist zum schnellen Kopieren vorhandener Texte und Bilder schon seit dem 4. Jahrhundert bekannt. Talbot zeigte in «The Pencil of Nature» (1844-1846) als Anwendungsbeispiel die Photokopie einer Buchseite, und die 1842 durch Herschel erfundene Cyanotypie war bis weit in 20. Jahrhundert hinein das häufigste Photokopierverfahren für Baupläne usw. Andere Photokopierverfahren kamen nach dem Zweiten Weltkrieg in Gebrauch, wobei sich das Xerographieverfahren auf breiter Front durchgesetzt hat.

>>> Photokopierverfahren

  • Steinabklatsch, Steinabreibung
  • Kalotypie (systematisch bei den Auskopierverfahren)
  • Cyanotypie (systematisch bei den Auskopierverfahren)
  • Photokopie nach dem Diffusions-Transfer-Prozess
  • Photokopie nach dem Thermokopierverfahren
  • Photokopie nach dem Xerographieverfahren

Edeldruckverfahren

Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 30er Jahre wurden zur «bildmässigen Photographie» («Pictorialismus») aufwendige Edeldruckverfahren entwickelt, die den Photographien das Aussehen und die Lichtbeständigkeit von Gemälden geben sollten. Allen Edeldruckverfahren ist gemeinsam, dass das Bild durch Farbpigmente gebildet wird. Damit sind Drucke in allen Farben möglich und diese sind ausserordentlich stabil gegenüber Lichteinwirkung.

>>> Photogravüre, Heliogravüre, Mezzotintodruck, Intagliodruck, Rembrandtdruck

>>> Pigmentdruck, Kohledruck, Karbondruck, epreuve au charbon (f)

>>> Öldruck

>>> Bromöldruck

>>> Bromölumdruck

>>> Carbrodruck

>>> Gummidruck

>>> Digitaldruck (Tintenstrahldruck auf Papier mit spezieller Oberfläche)


Hochdruckverfahren

Die Druckfarbe sitzt auf den erhabenen Stellen der Druckplatte und wird auf das Papier «gestempelt». Typische Hochdruckmerkmale sind (gilt nicht zwangsläufig für alle Verfahren):
– Quetschrand (herausquellende Druckfarbe am Rand der Lettern und Rasterpunkte)
– Schattierung (spiegelverkehrte, erhabene Stellen auf der Rückseite des Druckes)
– Gleichmässiges Raster mit unterschiedlich grossen Rasterpunkten (im Unterschied zum Flachdruck oft mit Quetschrand)

>>> Holzschnitt, Xylographie, gravure sur bois (f), woodcut (e)

>>> Holzstich, gravure sur bois debout (f), woodengraving (e)

>>> Farbholzstich, Chromoxylographie, Farbenstich

>>> Japanischer Farbholzschnitt, Ukiyo-e (japanisch)

>>> Strichätzung

>>> Autotypie, Netzätzung, similigravure (f), halftone engraving (e)

>>> Farbautotypie, farbige Netzätzung

>>> Flexodruck, Flexographie (f), Flexography (e)


Tiefdruckverfahren

Die Druckfarbe sitzt in den Vertiefungen der Druckplatte und wird durch das Papier «herausgesogen». Typische Tiefdruckmerkmale sind (gilt nicht zwangsläufig für alle Verfahren):
– Druckrand (vertiefter Abdruck der Druckplatte an den Rändern des Bildes)
– Erhöhtes Farbbild
– Gleichmässiges Kreuzraster, alle Rasterpunkten sind gleich gross (im Unterschied dazu sind die Rasterpunkte beim Hoch- und Flachdruck unterschiedlich gross)

>>> Kupferstich, gravure au burin (f), line engraving (e)

>>> Stahlstich, Siederogravie, gravure sur acier (f), steel engraving (e)

>>> Schabekunst, Mezzotinto, manière noir, mezzotint (e)

>>> Radierung, Ätzkunst, eau-forte (f), etching (e)

>>> Physionotrace

>>> Reliefkopiermaschine

>>> Aquatinta

>>> Hilfstechniken für Stiche: Roulette, Moulette, Matoire, Karborundstift usw.

>>> Hilfstechniken für Radierungen: Punktiermanier, Kreidemanier, Pastellmanier

>>> Mischtechniken Radierung/Stich

>>> Naturselbstdruck

>>> Woodburytypie, phototypie (f), woodburytype (e)

>>> Rastertiefdruck, Kupfertiefdruck, héliogravure (f), photogravure (e)

>>> Farbrastertiefdruck


Flachdruckverfahren

Die Druckfarbe wird von den feuchten Stellen der Druckplatte abgestossen und nur an den «fettfreundlichen» Stellen angenommen. Typische Flachdruckmerkmale sind (gilt nicht zwangsläufig für alle Verfahren):
– Kein Quetschrand (im Unterschied zum Hochdruck)
– Kein Druckrand und kein erhöhtes Farbbild (im Unterschied zum Tiefdruck)
– Gleichmässiges Raster mit unterschiedlich grossen Rasterpunkten (im Unterschied zum Hochdruck immer ohne Quetschrand)

>>> Lithographie

  • Kreidelithographie, lithographie au crayon (f), litho chalk drawing (e)
  • Federlithographie, lithographie à la plume (f), litho pen drawing (e)
  • Graviermanier, Steingravur, gravure sur pierre (f), litho engraving (e)

>>> Chromolithographie

>>> Photochromdruck, Photochromie

>>> Lichtdruck, Alber(to)typie, Collotypie, phototypie (f), collotype (e)

>>> Farblichtdruck

>>> Offsetdruck

>>> Duotone-Offsetdruck, Duplex-Offsetdruck

>>> Farboffsetdruck


Durchdruckverfahren

Die Druckfarbe wird mit einem Rakel oder einer Bürste durch ein Sieb oder eine Schablone gedrückt. Typische Durchdruckmerkmale sind:
– Beim Siebdruck oft Siebstruktur erkennbar, speziell an den Begrenzungen
– Beim Pochoir-Druck oft Bürstenstriche erkennbar

>>> Siebdruck

>>> Pochoir, Schablonendruck, stencil (e)


Kombinationsdruckverfahren

Durch die Kombination von verschiedenen Druckverfahren können die Stärken der einzelnen Verfahren genutzt werden. Für die unterschiedlichen Verfahren müssen allerdings unterschiedliche Druckmaschinen eingesetzt werden.

>>> Tondruck, Irisdruck

>>> Kombinations-Farbdrucke


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