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Garcin, Mer de Glace, 1875  

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Schweizer Photographien (u. Stiche) bis 1860

1789: Johann Caspar Lavater, Erfinder des Silhouettierstuhls

Zwischen 1775 und 1778 erschien ein Buch, das in ganz Europa für grosses Aufsehen sorgte. In «Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe» beschrieb der Zürcher Gelehrte Johann Caspar Lavater (1741-1801) eine Methode, mit der man angeblich aus dem Aussehen einer Person auf deren Charaktereigenschften schliessen könne. Das Werk war vor allem so erfolgreich, weil es reich bebildert war. Zur möglichst genauen Aufnahme von Silhouetten erfand Lavater den Silhouettierstuhl.

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Porträtstich nach links

[Johann Caspar] LAVATER. Kupferstich, Plattengrösse 19 x 12 cm, Blattgrösse 21,0 x 12,7 cm. / European Magazine. Engraved by [William] Bromley from an original Drawing Done at Zurich in March 1787. Published by J. Sevell, Cornhill Feb[ruar]y 1789.

«The European Magazine», in welchem der Kupferstich 1789 publiziert wurde, erschien von 1782 bis 1826. Der Kupferstecher William Bromley lebte von 1769 bis 1842.

Photobibliothek.ch 15580

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Sillhouettierstuhl

A Sure and conveniant Machine for drawing Silhouettes. Kupferstich, Plattengrösse 16 x 11 cm, Blattgrösse 22,2 x 13,1 cm, o.J. [wohl aus der englischen Erstausgabe «Essay on Physiognomy», London, 1789]. / From [Johann Caspar] LAVATER. [John] Barlow sculp[sit].

Nach dem bekannten Stich von Johann Rudolph Schellenberg (1740–1806) in der Erstausgabe der «Physiognomischen Fragmente», Winterthur, 1775-1778.

Photobibliothek.ch 15581

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Physionotrace-Porträt von Lavater,
aufgenommen vom Erfinder des Physionotrace

[Johann Caspar Lavater.] Physionotrace, Bild-Durchmesser 5,2 cm, Blattgrösse 7 x 7 cm, o.J. [ca. 1791]. Dunkler Holzrahmen d. Zt. 10 x 10 cm. / Gr[avé] p[ar Gilles Louis] CHRÉTIEN inv[enteur] du physionotrace Cloître S[aint] Honoré à Paris.

Das einmalige Physionotrace-Porträt des Erfinders der Silhouettiermaschine Johann Caspar Lavater (1741-1801) wurde vom Erfinder des Physionotrace Gilles Louis Chrétien (1754-1811) aufgenommen. Das vorliegende Physionotrace ist nicht in der Lavater-Literatur nachgewiesen. An der Lavater-Ausstellung 2001 in Zürich war hingegen ein Physionotrace des etwa zwanzigjährigen Sohnes Heinrich Lavater (1768-1819) ausgestellt, welches jedoch nicht als Physionotrace erkannt wurde (Katalog-Nr. 459, als «Radierung laviert» beschrieben). - Ein Physionotrace mit der gleichen Adresse datiert Vivarez auf 1791.

Photobibliothek.ch 3310


1841: Die ältesten photographisch erstellten Ansichten von Zürich

Der Daguerreotypist und Stecher Johann Baptist Isenring (1796-1860) gilt als der erste bedeutende Schweizer Photograph. Er veranstaltete in der Zeit vom 13. bis 27. August in seinem Atelier in St. Gallen eine Ausstellung von 47 Daguerreotypien, die heute als erste öffentliche Photoausstellung der Welt gilt. Danach machte er ausgedehnte Reisen in der Schweiz und Süddeutschland, wo er neben seiner Tätigkeit als Wanderphotograph auch Ansichten bedeutender Städte aufnehmen wollte, um daraus Aquatinta-Radierungen herzustellen. Neben einem Bildnis seines Sohnes (Wäspe Nr. 234) sind jedoch nur 4 Ansichten von Zürich erhalten (Wäspe Nr. 235-238), die explizit nach Daguerreotypien gefertigt wurden. Dies sind die ältesten photographisch erstellten Ansichten von Zürich, die heute bekannt sind. Auffallend ist dabei, dass die Bildgrösse der Radierungen exakt der 1/1 Standard-Daguerreotypieplatte von 6 x 8 Pariser Zoll (16,2 x 21,6 cm) entspricht. Die bereits seitenverkehrten Daguerreotypien wurden also direkt 1:1 auf die Kupferplatte übertragen.

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Die neue Brüke in Zürich. Aquatinta, Bildgrösse 16,2 x 21,6 cm, o.J. [um1841], in neuem Goldrahmen 37,5 x 41,0 cm über Eck vergoldet. / Photographiert vom Herausgeber J[ohann] B[aptist] ISENRING in St. Gallen.

Ref.: Wäspe, Isenring-Druckgraphik, 1985, Nr. 234-238 (vorliegend Nr. 237).

Provenienz: Galerie Kempf, Zürich (neuer Rahmen). Schuler Auktionen, Zürich, Auktion 134, September 2014.

Photobibliothek.ch 14979

«Die neue Brüke in Zürich» (Wäspe Nr. 237) zeigt den Blick limmatabwärts auf die 1836-1838 nach Plänen von Aloys Negrelli neu errichteten Münsterbrücke. Links ist das Kornhaus (auch Kaufhaus), welches zum Kratzquartier gehörte, und rechts die Wasserkirche, das Helmhaus und etwas weiter unten das Rathaus zu erkennen. Die Daguerreotypie wurde wohl vom weit in die Limmat herausragenden rechten Ufer aus aufgenommen (vgl. Wäspe Nr. 238). Das kühn ins Bild gesetzte Transportschiff, dessen Segel die ganze Bildhöhe beansprucht, konnte wegen der langen Belichtungszeit höchsten unscharf auf der Daguerreotypie abgebildet worden sein. Es ist wahrscheinlich reine Staffage, ebenso wie das eher zu klein geratene Boot rechts unten.

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Die Schifflände in Zürich. Aquatinta, Bildgrösse 16,1 x 21,5 cm, o.J. [um1841], in neuem Goldrahmen 37,5 x 41,0 cm über Eck vergoldet. / Photographiert vom Herausgeber J[ohann] B[aptist] ISENRING in St. Gallen.

Ref.: Wäspe, Isenring-Druckgraphik, 1985, Nr. 234-238 (vorliegend Nr. 238).

Provenienz: Galerie Kempf, Zürich (neuer Rahmen). Schuler Auktionen, Zürich, Auktion 134, September 2014.

Photobibliothek.ch 14980

«Die Schfflände in Zürich» (Wäspe Nr. 238) zeigt den Blick limmataufwärts Richtung See. Links erkennt man noch den Chor der Wasserkirche. Das «Hotel du Lac» (Schrifttafel unter der Dachterasse) wurde 1839/1840 neu erbaut, weiter oben ist das «Belle Vue» mit dem auffallenden Vorbau zu erkennen; letzterer wurde gemäss Tagblatt vom 4. Juli 1841 soeben neu erstellt. Die Daguerreotypie wurde wohl von der 1836-1838 neu erstellten Münsterbrücke aus aufgenommen (vgl. Wäspe Nr. 237).


1842: Schweizer Aufnahmen in «Excursions daguerriennes»

Excursions daguerriennes. Vues et monuments les plus remarquables du globe. Band 1 und 2. / [Noël-Marie Paymal LEREBOURS.] – Paris: Rittner et Goupil, Lerebours, Hr. Bossange 1842 [und 1843]. – 4°quer. [4] Bl. Titel, Subskribenten- und Tafelverzeichnis, [58] Bl. Tafeln; [3] Bl. Titel und Tafelverzeichnis, [52] Bl. Tafeln, [2] S. «Table systématique». Halbleder mit Golgprägung und Goldschnitt.

Kurz nach Bekanntgabe der Photographie liess Noël-Marie Paymal Lerebours (1807-1873) Sehenswürdigkeiten in der ganzen Welt daguerreotypieren. Von den Daguerreotypien wurden dann ausserordentlich genaue und detaillreiche Aquatintas hergestellt. In der vorliegenden zweibändigen Ausgabe sind 110 (der insgesamt 111 erschienenen) Tafeln eingebunden. Darunter die beiden berühmten nach dem Fizeau-Prozess hergestellten Tafeln 2.19 «Hôtel-de-ville de Paris» und 2.24 «Un bas-relief de Notre-Dame». – Drei Tafeln tragen die Überschrift «Suisse»: Tafel 2.49 «Genève», Tafel 2.50 «Vue de Fribourg» und Tafel 2.51 «Le Salève» (heute ein Naherholungsgebiet von Genf auf französischem Staatsgebiet).

Photobibliothek.ch 11611

Genève

Vue de Fribourg

Le Salève


1844: Lithographien nach Daguerreotypien von Franziska Möllinger

Franziska Möllinger (1817-1880) brachte das erste deutschsprachige Buch heraus, welches mit Daguerreotypien illustriert war. Unter dem Titel «Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz - Vues daguerréotypées des villes capitales de la Suisse ainsi que des contrées les plus intéressantes de ce pays» erschienen 1844 die ersten vier Blätter als Lieferungswerk in Solothurn im Selbstverlag.

Die Lithographien sind linear doppelt so gross wie die verschollenen Daguerreotypie-Platten (nur eine einzige Platte, das Schloss Thun darstellend, blieb erhalten). Das Werk war auf insgesamt 120 Lithographien geplant. Tatsächlich wurden wahrscheinlich nur 4 Lieferungen veröffentlicht. Die vollständigste Sammlung befindet sich in der Zentralbibliothek Solothurn. Die Reihenfolge der nachfolgenden Übersicht entspricht nicht der Chronologie der Publikation. Die Blätter mit einem Stern sind im Besitz der Sammlung.

Blätter mit Bildgrösse ca. 20,5 x 29,5 cm:
1.*  Bern, von der Thuner-Strasse aus gesehen (lith. von J. F. Wagner in Bern)
2. Solothurn (lith. von J. F. Wagner in Bern)
3. Biel (lith. von J. F. Wagner in Bern)
4. Einsiedelei St. Verena bei Solothurn (lith. von J. F. Wagner in Bern)
5.* Aarmühle (lith. von J. F. Wagner in Bern)
6. Thun, Aussicht vom Kirchhof (lith. von J. F. Wagner in Bern)
7.* Interlacken (lith. von J. F. Wagner in Bern)
8.* Hofstetten bei Thun (lith. von J. F. Wagner in Bern)
9.* Unterseen (lith. von J. F. Wagner in Bern)
10.* Oberer Reichenbach (lith. von J. F. Wagner in Bern)
11. Giessbach (lith. von J. F. Wagner in Bern)
12.* Bern [vom Aargauerstalden aus] (lith. von J. F. Wagner in Bern)
13. Bern, von der Enge aus (lith. von J. F. Wagner in Bern)
14.* Thun [Kirche und Schloss] (lith. von J. F. Wagner in Bern)
15. Unterer Grindelwald / Gletscher (lith. von J. F. Wagner in Bern)
17. Ansicht des Rosenlauigletscher (lith. von J. Bachmann in Zürich)

Panorama mit Bildgrösse 20,5 x 58,5 cm:
16.* Panorama du Faulhorn dans Oberland bernois (lith. von J. Bachmann in Zürich)

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Blatt 1: Bern, von der Thuner-Strasse aus gesehen

[Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz, Solothurn, 1844/45.] Bern von der Thuner-Strasse aus gesehen - Berne, vue de la route de Thoune. Lithographie 30,8 x 40,6 cm (Bildgrösse: 20,5 x 29,2 cm). / Daguerreotypirt von Franziska MÖLLINGER. Lith. von J. F. Wagner in Bern. – In der Platte signiert. – (Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz ; 01)

Ref.: Tillmanns, Geschichte der Photographie, S. 63.

Photobibliothek.ch 14499

 

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Blatt 5: Aarmüle

[Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz, Solothurn, 1844/45.] Aarmühle - Aarmühle. Lithographie 24,5 x 31 cm (Bildgrösse: 20,6 x 29,4 cm). / Daguerreotypirt von Franziska MÖLLINGER. Lith. von J. F. Wagner in Bern. – In der Platte signiert. – (Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz ; 05)

Ref.: Tillmanns, Geschichte der Photographie, S. 64 (Abb.).

Photobibliothek.ch 4295

 

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Blatt 7: Interlacken

[Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz, Solothurn, 1844/45.] Interlacken - Interlacken. Lithographie 28,5 x 37 cm (Bildgrösse: 21,2 x 29,5 cm). / Daguerreotypirt von Franziska MÖLLINGER. Lith. von J. F. Wagner in Bern. – In der Platte signiert. – (Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz ; 07)

Ref.: Dewitz/Kempe, Daguerreotypien, 1983, S. 240 (Abb.).

Photobibliothek.ch 4296

 

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Blatt 8: Hofstetten bei Thun

[Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz, Solothurn, 1844/45.] Hofstetten bei Thun - Hofstetten près de Thoune. Lithographie 29 x 36,5 cm (Bildgrösse: 20,8 x 29,6 cm). / Daguerreotypirt von Franziska MÖLLINGER. Lith. von J. F. Wagner in Bern. – In der Platte signiert. – (Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz ; 08)

Ref.: Good, Incunabula, Nr. 73.

Photobibliothek.ch 3745

 

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Blatt 9: Unterseen

[Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz, Solothurn, 1844/45.] Unterseen - Unterseen. Lithographie 29 x 36,5 cm (Bildgrösse: 21,1 x 29,5 cm). / Daguerreotypirt von Franziska MÖLLINGER. Lith. von J. F. Wagner in Bern. – In der Platte signiert. – (Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz ; 09)

Zustand: Kleines Loch, «Daguerreotypirt von Franziska Möllinger» teilw. wegradiert (galt wohl als Mangel!)

Photobibliothek.ch 11327

 

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Blatt 10: Oberer Reichenbach

[Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz, Solothurn, 1844/45.] Oberer Reichenbach - Reichenbach superieur. Lithographie 37,2 x 27,0 cm (Bildgrösse: 29,5 x 21,3 cm). / Daguerreotypirt von Franziska MÖLLINGER. Lith. von J. F. Wagner, Bern. – In der Platte signiert. – (Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz ; 10)

Photobibliothek.ch 12003

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Blatt 12: Bern [vom Aargauerstalden aus, Nydeggbrücke im Bau]

[Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz, Solothurn, 1844/45.] Bern - Berne [Gesamtansicht vom Aargauerstalden aus, Nydeggbrücke im Bau]. Lithographie 29,5 x 38,0 cm (Bildgrösse: 20,7 x 29,1 cm). / Daguerreotypirt von Franziska MÖLLINGER. [Dieses Blatt ohne die Signatur des Lithographen J. F. Wagner, Bern.] – In der Platte signiert. – (Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz ; 12)

Ref.: Ganz, S. 102 (Abb.).

Zustand: Flecken (Durchmesser 12 mm) auf der Rückseite, auf der Vorderseite im Auflicht unsichtbar.

Photobibliothek.ch 14930

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Blatt 14: Thun [Kirche und Schloss]

[Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz, Solothurn, 1844/45.] Thun [Kirche und Schloss] - Thoune. Lithographie 27,0 x 37,2 cm (Bildgrösse: 20,3 x 29,5 cm). / Daguerreotypirt von Franziska MÖLLINGER. Lith. von J. F. Wagner in Bern. – In der Platte signiert. – (Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz ; 14)

Nur eine einzige Original-Daguerreotypie von Franziska Möllinger blieb erhalten. Sie stellt das Schloss Thun dar. Die vorliegende Lithographie zeigt als einzige das Schloss Thun, allerdings aus anderer Perspektive als auf der Daguerreotypie.

Ref.: Pollack, Die Welt der Photographie, 1962, S. 248 (Abb.).

Photobibliothek.ch 12004

 

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Blatt 16: Panorama du Faulhorn dans Oberland bernois

Baier schreibt: «Ob sich die erste Schweizer Daguerreotypistin, Franziska Möllinger, bereits auf die Berge wagte, ist nicht bekannt.» Wie dieses Blatt zeigt, wagte sie sich offensichtlich!

Da das Blatt bezüglich Lithograph, Aufmachung und Grösse nicht zu den restlichen Blättern passt, handelt es sich möglicherweise um eine Einzellieferung.

Photobibliothek.ch besitzt zwei Exemplare des Blattes. Exemplar 2 ist im Vergleich zu Exemplar 1 auf etwas dunklerem (beigem) Papier gedruckt; auffallend ist aber vor allem die viel kräftigere Tönung.

Ref.: Baier, Quellendarstellungen zur Geschichte der Fotografie, S. 444. Tillmanns, Geschichte der Photographie, 1981, S. 64.

Exemplar 1

[Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz, Solothurn, 1844/45.] Panorama du Faulhorn dans Oberland bernois. Lithographie 29 x 68 cm (Bildgrösse: 20,5 x 58,5 cm). / Daguerreotypirt von Franziska MÖLLINGER. Lith. von J. Bachmann in Zürich. – In der Platte signiert. – (Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz ; 16)

Zustand: Im Bereich des Faltes stockfleckig.

Photobibliothek.ch 11328

 

>>> Grössere Darstellung

Exemplar 2

[Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz, Solothurn, 1844/45.] Panorama du Faulhorn dans Oberland bernois. Getönte Lithographie 29 x 68 cm (Bildgrösse: 20,5 x 58,5 cm). / Daguerreotypirt von Franziska MÖLLINGER. Lith. von J. Bachmann in Zürich. – In der Platte signiert. – (Daguerreotypirte Ansichten der Hauptstädte und der schönsten Gegenden der Schweiz ; 16)

Zustand: Stockfleckig.

Photobibliothek.ch 14772

Exemplar 2 ist im Vergleich zu Exemplar 1 auf etwas dunklerem (beigem) Papier gedruckt; auffallend ist aber vor allem die viel kräftigere Tönung.

>>> Thema «Franziska Möllinger»


1850: Schweizer Kinder-Daguerreotypie

[ZWEI MÄDCHEN]. Daguerreotypie, Sechstelplatte, in Rahmen 13 x 10 cm, o.O. [Schweiz], o.J. [um 1850].

Über die wunderschöne Kinder-Daguerreotypie ist nicht viel bekannt. Aufgrund der Herkunft des Bildes, des Daguerreotypie-Verfahrens und der Machart des Rahmens ist anzunehmen, dass es sich um zwei Schweizer Mädchen handelt, die um 1850 von einem unbekannten Photographen photographiert wurden. Ein Mädchen hält sein jüngeres Schwesterchen auf einem Holzstuhl fest, damit es sich nicht bewegen soll. Trotzdem wurde das kleine Mädchen etwas verwischt abgebildet. Aber gerade durch diese ungewollte Bewegung ist über dem Kopf des kleinen Mädchens eine Flügelschraube der Kopfstütze sichtbar geworden, mit der es (unsichtbar) hätte festgehalten werden sollen. Auch hinter dem älteren Mädchen ist wohl eine Kopfstütze versteckt, denn die Belichtungszeit betrug damals 5 bis 20 Sekunden. Durch dieses «Missgeschick» wurde ungewollt dokumentiert, welch aufwendiges Unterfangen die Photographie ungeduldiger Kinder damals war!

Provenienz: Flohmarkt Bürkliplatz (Haushaltauflösung, nicht als Daguerreotypie erkannt).

Photobibliothek.ch 3857


1850: Grand' maman Duperrex-Jaeggi

GRAND' MAMAN DUPERREX-JAEGGI. Daguerreotypie, Sechstelplatte, neu gerahmt, o.O. [Westschweiz], o.J. [um 1850].

Photobibliothek.ch 3859


1855: Pannotypie des ersten Westschweizer Photographen

[Mann mit Backenbart], o.J. [ca. 1855]. Pannotypie, 7,5 x 6,0 cm (oval) in Orig.-Rahmen 13,4 x 11,7 cm. / A[ntoine] DÉTRAZ. – Orig.-Etikette auf der Rückseite.

Die Aufschrift auf der Original-Etikette lautet: «Portraits au Daguerréotype par tous les temps, avec ou sans couleurs. A. Détraz, Rue de Bourg 16, Lausanne.» Antoine Détraz (1821-1900) war wahrscheinlich der erste Westschweizer Daguerréotypist. Er baute bereits 1840 als Mittelschüler einen Daguerréotypie-Apparat.

Ref.: Photographie in der Schweiz, 1992, S. 32.

Photobibliothek.ch 4316


1855: Porträts auf Salzpapier

Die mehrheitlich kolorierten Porträts auf Salzpapier sind handwerklich sehr schön ausgeführt, aber leider ist nichts über die Photographen und nur wenig über die abgebildeten Personen bekannt. Letzte Provenienz aller Photographien ist die Schweiz, es besteht also eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass Photographen und Personen auch tatsächlich Schweizer sind.

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Anna KORN geb. MÜLLER. Salzpapier-Print 16,4 x 12,8 cm (Oval) auf Karton 21,1 x 17,2 cm, o.J. [um 1855]. – Titel mit Tinte auf Kartonvorderseite.

Photobibliothek.ch 3865

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[FRAUENPORTRÄT]. Salzpapierprint ca. 28 x 22 cm in ovalem Passepartout ca. 39 x 32 cm, o.J. [ca. 1855].

Photobibliothek.ch 11305

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[PORTRÄT eines etwa dreissigjährigen Mannes]. Salzpapier-Print 21,1 x16,5 cm (oval) auf Karton 26,2 x 22,0 cm  (oval), o.J. [ca. 1855].

Tadelloses Salzpapier-Porträt, zurückhaltend retuschiert, verhältnismässig wenig ausgebleicht.

Photobibliothek.ch 11133

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[MANN MIT BACKENBART]. Kolorierter Salzpapier-Print, 22,0 x 17,7 cm, o.J. [ca. 1855].

Selten gut erhalten und schön koloriert.

Photobibliothek.ch 226

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[PORTRÄT eines etwa dreissigjährigen Ehepaares, sie sitzend mit Buch, er stehend an Säule gelehnt]. Salzpapier-Print 29 x 22,5 cm (Ecken in ovalen Rahmen passend beschnitten) auf gleich grossem Karton, o.J. [ca. 1855].

Tadelloses Salzpapier-Porträt, zurückhaltend retuschiert (Hintergrund Spritzretusche, Schmuck mit Goldfarbe), verhältnismässig wenig ausgebleicht.

Photobibliothek.ch 11134


1860: Jakob und Verena Schaad-Thurnheer mit Sohn Paul

[Johann] Jakob SCHAAD-THURNHEER, [Färber,] geboren 2. August 1802 ; Verena Schaad, geborene Thurnheer, geboren 21. Februar 1817, mit Sohn Paul, geboren 16. Juni 1859. Colorierte Ambrotypie 12,4 x 9,7 cm (oval) in Rahmen 23,0 x 18,5 cm, o.J. [1860]. – Rückseite des Rahmens (schwarze Tinte): Titel. Gelber Zettel auf Rückseite des Rahmens (Schreibmaschine): "Wanderbuch des Färbergesellen Johann Jakob Schaad, geb. 2. Aug. 1802."

Eine auf die Rückseite geklebte Notiz besagt, dass einmal ein Wanderbuch des Färbergesellen Johann Jakob Schaad vorhanden war, das aber leider verloren ging. Immerhin geht aus der Notiz hervor, dass der Mann von Beruf Färber und sein erster Vornahme Johann war. Da der im Juni 1859 geborene Knabe auf der Aufnahme etwa 1 Jahr alt ist, muss diese Mitte 1860 entstanden sein.

Zustand: Rand oxidiert, Rahmen stark berieben.

Photobibliothek.ch 16600

Ausschnitt


1860: Frühe Aufnahme von Bern

Perspective de l'Aar à Berne (Suisse). Stereokarte, Albumin-Silber-Print, o.J. [ca. 1860]. / FERRIER à Paris. – Prägestempel, Titel handschriftlich und Kleber auf Rückseite.

Photobibliothek.ch 9419


1860/1861: Jakob Höflinger

Basel [Münsterplatz]. Albumin-Silber-Print, Carte-de-visite, o.J. [Aufnahme 1860-1870, späterer Abzug]. / [Jakob] HÖFLINGER, Basel.

Der Münsterhof nach der Umgestaltung von 1860.

Ref.: Kaufmann, Basel - Das Stadtbild nach den ältesten Photographien seit 1860, Birkhäuser, 1936 (Abb. 33, Variante, datiert 1860-1870).

Photobibliothek.ch 16671

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Basel [Spalentor]. Albumin-Silber-Print, Carte-de-visite, o.J. [Aufnahme 1861-1867, späterer Abzug]. / [Jakob] HÖFLINGER, Basel.

Das Wachtlokal ist nicht mehr vorhanden (Abbruch 1861), die Stadtmauer steht aber noch (Abbruch 1867).

Ref.: Kaufmann, Basel - Das Stadtbild nach den ältesten Photographien seit 1860, Birkhäuser, 1936 (Abb. 14, Variante, datiert 1861-1867).

Photobibliothek.ch 16670


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